Darren Aronofskys KI-Film ist genau so schlimm, wie er klingt

Darren Aronofsky hat sich für ein neues Projekt mit Google DeepMind und der Produktionsfirma Primordial Soup zusammengetan. Entstanden ist eine KI-gestützte YouTube-Miniserie über die Gründung der Vereinigten Staaten. Was als kreatives Experiment verkauft wird, entpuppt sich schnell als ernüchterndes Beispiel dafür, wie weit generative KI im filmischen Bereich noch von echter Qualität entfernt ist.

Die Reihe trägt den Titel „On This Day… 1776“ und besteht aus kurzen Episoden, die jeweils an den 250. Jahrestagen realer historischer Ereignisse erscheinen sollen. Inhaltlich geht es um zentrale Momente auf dem Weg zur amerikanischen Revolution. Gesprochen werden die Szenen von professionellen Schauspielern, während die Bilder fast vollständig KI-generiert sind. Ziel sei es, die Revolution als fragiles historisches Experiment darzustellen – das Ergebnis wirkt jedoch eher wie ein technisches Demo-Projekt ohne kreative Seele.

Sauber umgesetzt, aber leblos inszeniert

Technisch gesehen funktionieren die Videos: Es gibt eine klare Abfolge von Szenen, erkennbare Figuren und keine komplett entgleisenden KI-Fehler. Doch genau hier endet der positive Eindruck. Die Charaktere wirken steif und emotionslos, Gesichter sehen selbst im Stillstand unnatürlich aus, und viele Hintergründe sind mit sinnlosen Details überladen – typische Artefakte generativer KI.

Auch die Inszenierung trägt wenig zur Atmosphäre bei. Die Kamera bewegt sich hektisch, Zooms und Schnitte wirken unruhig und unmotiviert, als wolle das Video möglichst schnell ans Ende kommen. Trotz echter Sprecher klingen die Stimmen flach und wenig lebendig, was die Künstlichkeit der Darstellung noch verstärkt.

Historisches Thema, seelenlose Umsetzung

Insgesamt erinnert die Serie eher an einen billig produzierten Geschichtsclip für den Unterricht als an ein ambitioniertes Filmprojekt eines renommierten Regisseurs. Der Einsatz von KI fühlt sich hier nicht wie ein kreatives Werkzeug an, sondern wie ein Selbstzweck, der menschliche Darsteller und klassische Inszenierung ersetzt, ohne einen Mehrwert zu bieten.

Am Ende bleibt der Eindruck, dass selbst ein bekannter Filmemacher wie Aronofsky generative KI nicht einfach in ein überzeugendes narratives Format pressen kann. Das Projekt wirkt unfertig, steril und überraschend anstrengend – und zeigt vor allem, dass Technik allein keine gute Geschichte erzählt.