Indie-Dev wirft Zenless Zone Zero Plagiat vor – Diskussion um Minigame eskaliert

Ein Indie-Entwickler erhebt schwere Vorwürfe gegen Zenless Zone Zero: Ein Minigame im Titel soll seinem eigenen Spiel Ouros stark ähneln, sowohl mechanisch als auch im Design.

Konkret geht es um ein Puzzle-System, bei dem eine Kugel über eine verformbare Strecke zu nummerierten Zielen geführt wird. Laut dem Entwickler Michal Kamm ist genau dieses Prinzip samt bestimmter Features wie Portalen, Richtungswechseln und Hilfefunktion nahezu identisch aus seinem 2024 erschienenen Spiel übernommen worden.

Die Vorwürfe beziehen sich dabei nicht nur auf die reine Spielmechanik, sondern auch auf konkrete Designentscheidungen. Genau das macht die Sache heikel, weil solche Minigames in großen HoYoverse-Titeln wie Genshin Impact oder Zenless Zone Zero oft als wiederkehrende Event-Inhalte dienen und stark von klassischen Puzzle- und Party-Spielideen inspiriert sind.

HoYoverse selbst steht dabei nicht zum ersten Mal in der Kritik. Immer wieder gab es in der Community und von kleineren Studios den Vorwurf, dass einzelne Event-Mechaniken stark an bestehende Indie-Spiele erinnern. Beweise für systematisches Kopieren gibt es jedoch nicht, meist bleibt es bei auffälligen Parallelen und Interpretationsspielraum.

Der Entwickler hinter Ouros sagt, dass er überhaupt erst reagiert hat, weil er in der Community bereits Vorwürfe gelesen habe, sein Spiel hätte selbst bei Zenless Zone Zero abgeschaut. Die Situation hat sich dadurch weiter hochgeschaukelt – typisch für große Gacha-Communities, in denen Fanlager schnell in Verteidigungsmodus gehen.

Am Ende bleibt eine alte Debatte: Wie nah darf „Inspiration“ an bestehende Mechaniken heranrücken, bevor es wie Kopie wirkt? Gerade bei Event-Minispielen in Live-Service-Titeln verschwimmt diese Grenze regelmäßig.