Rayman Legends Retold überrascht – kein klassisches Remake, aber ein ziemlich starkes Comeback

Mit Rayman Legends Retold bringt Ubisoft eine Rückkehr auf die Bühne, die auf dem Papier erstmal ungewöhnlich klingt: Das Projekt ist kein komplett neues Abenteuer, sondern eine Neuinterpretation von Rayman Legends – und zwar in 3D.

Klingt nach einer dieser Entscheidungen, bei denen man automatisch skeptisch wird. Nach dem Anspielen wirkt das Ganze aber deutlich runder, als man erwarten würde.

2D-Gameplay, 3D-Gewand

Wichtigster Punkt vorweg: Trotz der komplett neuen Optik bleibt das Gameplay im Kern ein klassischer 2D-Platformer. Rennen, Springen, Timing, präzise Bewegungen – alles wie im Original, nur mit moderner Präsentation.

Die Levels wurden dafür in die Snowdrop-Engine übertragen, die sonst eher für große AAA-Produktionen genutzt wird. Dadurch entstehen sehr dichte, stark beleuchtete Umgebungen, die teilweise eher wie animierte Filmsets wirken als wie klassische Plattform-Level.

Alte Levels, neue Interpretation

Das Remake übernimmt nicht nur Inhalte aus dem Original, sondern erweitert sie auch. Neben bekannten Abschnitten gibt es neue Gegner, zusätzliche Cutscenes und sogar komplett neue Leveltypen.

Interessant ist dabei vor allem, wie unterschiedlich die bekannten Levels wirken. Die Struktur bleibt erkennbar, aber die visuelle Umsetzung verändert die Stimmung teils deutlich – weniger „Cartoon-Flachheit“, mehr räumliche Tiefe.

Überraschend stark im Handling

Trotz der komplett neuen Technik scheint sich das Spiel erstaunlich gut zu spielen. Sprünge, Bewegungen und Trefferfeedback wirken schnell und präzise – also genau so, wie man es von der Serie erwartet.

Selbst die typischen Sammelaufgaben sind wieder stark vertreten. Lum-Jagd, versteckte Bereiche, Mini-Games – alles da, und offenbar so platziert, dass man ständig vom eigentlichen Weg abgelenkt wird. Klassisches Rayman-Design eben.

Neue Perspektiven, neue Probleme

Ein echtes Experiment sind die neuen „Dragon Ride“-Abschnitte. Hier wechselt das Spiel komplett in 3D und setzt auf schnelle Flugsequenzen. Optisch beeindruckend, spielerisch aber deutlich anspruchsvoller als der Rest.

Genau dieser Wechsel könnte später auch der größte Streitpunkt sein: Während die 2D-Passagen sicher bei Fans landen, wirken die 3D-Abschnitte eher wie ein zusätzlicher Modus, der noch nicht ganz so sauber sitzt.

Ein Remake mit klarer Richtung

Spannend ist außerdem, dass Ubisoft das Projekt offenbar als möglichen Startpunkt für eine neue Ära der Reihe sieht. Sollte das funktionieren, könnte Rayman Legends Retold mehr sein als nur ein Nostalgieprojekt – sondern der Einstieg in ein echtes Comeback der Marke.

Noch ist nichts sicher, aber eines ist klar: Niemand hat ein 3D-Rayman-Remake wirklich erwartet. Und genau deshalb könnte es funktionieren.