Stan Lees Stimme ist vermutlich bereits an ein KI Unternehmen verkauft

Die Stimme und das Abbild des verstorbenen Marvel-Schöpfers Stan Lee sollen künftig durch eine KI-Firma für Hörbücher und Comic-Inhalte genutzt werden. Grundlage ist eine Vereinbarung zwischen dem Nachlassverwalter „Stan Lee Universe“ und dem KI-Unternehmen ElevenLabs.

Geplant ist unter anderem ein „Book Club“-Format, in dem eine synthetische Version von Lees Stimme regelmäßig klassische Literatur vorliest. Zusätzlich soll die Technologie auch in der Lage sein, Comic-Panels mit seinem Abbild zu generieren.

Offiziell wird das Projekt als eine Art digitale Fortführung seines Vermächtnisses verkauft – als Möglichkeit, seine bekannte Stimme weiterhin für Fans erlebbar zu machen. Kritiker sehen das allerdings deutlich anders.

Der zentrale Vorwurf: Hier wird eine verstorbene Person ohne eigene Zustimmung zu einem dauerhaft verwertbaren KI-Produkt umgebaut. Besonders brisant ist dabei, dass Lee bereits zu Lebzeiten mehrfach in fragwürdige Geschäftsmodelle rund um sein Image verwickelt war.

Die Diskussion geht dabei weit über Marvel hinaus. Sie berührt ein größeres Problem der aktuellen KI-Entwicklung: die Frage, wem Stimme, Gesicht und kreative Identität eigentlich gehören, wenn die Person selbst nicht mehr widersprechen kann.

Zwischen Fan-Service und moralischer Grenzüberschreitung liegt hier nur noch ein sehr schmaler Grat – und genau dort entzündet sich gerade der nächste große Konflikt rund um KI im Entertainment-Bereich.