Yu-Gi-Oh.-Sprecher verklagt TikTok wegen KI-Stimmen – erster großer Voice-Actor-Fall in Japan

Der japanische Synchronsprecher Kenjiro Tsuda geht rechtlich gegen TikTok vor. Der Vorwurf: Auf der Plattform sollen hunderte Videos mit einer KI-generierten Stimme veröffentlicht worden sein, die seiner eigenen Stimme stark ähnelt.

Tsuda ist kein Unbekannter in der Anime-Welt, unter anderem spricht er Figuren wie Seto Kaiba in Yu-Gi-Oh!, Kento Nanami in Jujutsu Kaisen und Overhaul in My Hero Academia. Genau diese Bekanntheit macht den Fall besonders brisant: Es geht nicht um irgendeine Stimme, sondern um eine klar wiedererkennbare Markenidentität.

Laut der Klageschrift sollen rund 188 Videos mit einer offenbar KI-erzeugten Imitation seiner Stimme über eine einzelne TikTok-Quelle verbreitet worden sein. Diese Inhalte sollen dabei sogar monetarisiert worden sein und regelmäßige Einnahmen erzeugt haben.

Die rechtliche Argumentation stützt sich auf das japanische Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Im Kern geht es darum, dass durch solche KI-Stimmen eine Verwechslung mit der echten Person entstehen kann, also eine Art digitale Identitätsfälschung im Audioformat.

TikTok selbst bestreitet, dass es sich eindeutig um eine nachgebildete Stimme handelt, und spricht stattdessen von einer generischen männlichen Stimme, die von Nutzern lediglich mit einem bestimmten Klangtyp beschrieben wird.

Der Fall ist damit mehr als nur ein einzelner Streit. Er könnte zu einem Präzedenzfall werden, wie weit KI-Stimmklone rechtlich gehen dürfen, besonders in einer Branche, in der Stimme selbst das zentrale Arbeitsmittel ist.