Bethesda-Personalabteilung zwang Mitarbeiter, kleines Denkmal für entlassene Kollegen zu entfernen

Anfang dieser Woche begann Xbox eine weitere große Entlassungswelle in verschiedenen Unternehmensbereichen und Entwicklerstudios, von der auch zahlreiche Mitarbeiter bei Bethesda betroffen waren. Als Angestellte der Hauptniederlassung der Bethesda Game Studios im US-Bundesstaat Maryland ihren entlassenen Kollegen mit einer kleinen Gedenkstätte Tribut zollen wollten, soll die Personalabteilung (HR) laut Aussagen der offiziellen Gewerkschaft der Bethesda Game Studios deren sofortige Entfernung angeordnet haben.

Am Montag starteten Xbox und Microsoft den Abbau von mehreren Tausend Arbeitsplätzen in ihren Tochterunternehmen und Studios. Betroffen waren unter anderem id Software, Obsidian Entertainment und Activision. Darüber hinaus wurden Studios wie Double Fine Productions und Ninja Theory ausgegliedert oder verkauft. Die Entlassungswelle traf zahlreiche Bereiche des Xbox-Konzerns und reiht sich in eine Serie ähnlicher Maßnahmen ein, die laut Berichten in den kommenden zwölf Monaten weitergehen könnten. Auch die Bethesda Game Studios und ihre verschiedenen Außenstudios blieben von den Stellenstreichungen nicht verschont.

Wie die Gewerkschaft der Bethesda Game Studios am Dienstag mitteilte, richtete das Team des Studios in Austin eine kleine Gedenkstätte unter dem Titel „Celebration of Service“ („Würdigung des geleisteten Einsatzes“) ein. Dort wurden Fotos der entlassenen Mitarbeiter ausgestellt, um ihnen Respekt zu zollen und in dieser schwierigen Zeit Solidarität zu zeigen.

Mitarbeiter des Hauptstudios in Rockville im Bundesstaat Maryland ließen sich davon inspirieren und errichteten ebenfalls eine ähnliche Gedenkstätte. Am Mittwochmorgen veröffentlichte die Gewerkschaft ein Foto des Erinnerungsbereichs im Rockville-Studio. Nur wenige Minuten später erklärte sie jedoch, die Personalabteilung habe verlangt, die Ausstellung umgehend zu entfernen.

Die Gewerkschaft schrieb dazu:

„Leider hat die Personalabteilung unseren Office Manager angewiesen, die Gedenkstätte nahezu sofort wieder abzubauen. Begründet wurde dies damit, dass sie sich in einem Gemeinschaftsbereich befand und deshalb entfernt werden müsse. Wir haben diese Gemeinschaftsflächen schon für viele andere Dinge genutzt, darunter Fan-Kunstwerke und verschiedene Teamaktionen. Offenbar hält die Personalabteilung eine Würdigung der geleisteten Arbeit unserer ehemaligen Kollegen jedoch für unangemessen.“

Die Gewerkschaft kritisierte die Entscheidung öffentlich und stellte infrage, weshalb eine respektvolle Erinnerung an entlassene Kollegen in einem Bereich untersagt werde, der zuvor regelmäßig für andere gemeinschaftliche Aktivitäten genutzt worden sei.