Baldur's-Gate-Veteran lehnte Entwicklung von Baldur's Gate 4 ab

Die Suche nach einem Entwickler für Baldur's Gate 4 gestaltet sich offenbar schwieriger als gedacht. Nachdem Larian Studios bereits entschieden hatte, keinen Nachfolger zu Baldur's Gate 3 zu entwickeln, erhielt auch Serienveteran James Ohlen ein Angebot von Hasbro und Wizards of the Coast. Der ehemalige Lead Designer der ersten beiden Baldur's-Gate-Spiele lehnte jedoch ebenfalls ab.

In einem Interview mit PC Gamer verriet Ohlen, dass ihn Hasbro-CEO Chris Cox unmittelbar nach der Absage von Larian kontaktierte. Er habe ihn gefragt, ob er die Entwicklung von Baldur's Gate 4 übernehmen wolle. Ohlen habe jedoch sofort abgewunken.

Seiner Einschätzung nach wäre es nahezu unmöglich gewesen, an den Erfolg von Baldur's Gate 3 anzuknüpfen. Er erklärte, dass er nicht gegen ein Spiel dieses Kalibers antreten wolle. Bereits die Entwicklung des Science-Fiction-Rollenspiels Exodus sei eine enorme Herausforderung gewesen. Ein direkter Vergleich mit Larians preisgekröntem Rollenspiel wäre aus seiner Sicht schlicht Wahnsinn gewesen.

Die Situation war dabei durchaus ungewöhnlich. Ohlen leitete zu diesem Zeitpunkt Archetype Entertainment, ein Studio, das Hasbro beziehungsweise Wizards of the Coast gehört. also genau den Unternehmen, die auch die Rechte an Baldur's Gate besitzen. Trotz dieser engen Verbindung entschied er sich gegen das Projekt.

Wie PC Gamer weiter berichtet, hat Ohlen Archetype Entertainment inzwischen verlassen und sich aufgrund von Burnout vollständig aus der Spieleentwicklung zurückgezogen.

Für Fans der klassischen Rollenspielreihe gibt es dennoch positive Nachrichten. Dem Bericht zufolge arbeitet Kevin Martens, der gemeinsam mit Ohlen als Lead Designer an Baldur's Gate 2 tätig war, an einem Remake des zweiten Serienteils. Offizielle Details zu dem Projekt oder einen Veröffentlichungstermin gibt es bislang allerdings noch nicht.

Wer letztlich die Entwicklung von Baldur's Gate 4 übernehmen wird, bleibt weiterhin offen. Nach dem enormen Erfolg von Baldur's Gate 3 dürfte die Erwartungshaltung der Spieler allerdings außergewöhnlich hoch sein – ein Umstand, der offenbar selbst erfahrene Entwickler vor der Aufgabe zurückschrecken lässt.