Der Werwolf aus Love and Deepspace ist nach der jüngsten Wendung des Dramas möglicherweise endgültig Geschichte

Im anhaltenden Drama rund um die Enthüllung und anschließende Absage des sechsten Love Interests in Love and Deepspace – dem Werwolf Valko – gibt es eine weitere bedeutende Wendung. Für diejenigen, die sich für seine Rückkehr ins Spiel eingesetzt haben, dürfte sie einen schweren Rückschlag bedeuten.

Anfang dieser Woche gab Papergames, der Entwickler von Love and Deepspace, bekannt, seinen Messestand sowie seine Podiumsdiskussion auf der Bilibili World 2026 abzusagen – einer der größten Anime- und Gaming-Messen Asiens.

In einer auf chinesischen sozialen Medien veröffentlichten Erklärung, die von Nutzern auf Reddit übersetzt wurde, schrieb Papergames, dass Love and Deepspace „große Aufmerksamkeit aus allen Bereichen der Gesellschaft auf sich gezogen habe, was bei den Spielern erhebliche Belastungen verursacht und negative Auswirkungen nach sich gezogen habe.“

Bereits der Rückzug von Chinas Pendant zur Anime Expo galt als schwerwiegender Schritt. Doch inzwischen scheint sich die Situation weiter zugespitzt zu haben: Nun hat sich auch die chinesische Regierung zu Wort gemeldet.

Das chinesische Ministerium für öffentliche Sicherheit veröffentlichte auf seiner offiziellen Nachrichtenseite einen Beitrag, der ausdrücklich auf Valko Bezug nimmt. Darin wird unter anderem Werbetext aus seiner Marketingkampagne zitiert, in dem der Werwolf in das Haus der weiblichen Spielfigur eindringt. Laut Ministerium könne ein Spiel, das ein solches Verhalten als „unterhaltsame Interaktion“ darstelle, den Verdacht erwecken, illegale oder kriminelle Handlungen zu fördern und zu verherrlichen.

Weiter heißt es:

„Eine derartige, ausschließlich auf Unterhaltung und Aufmerksamkeit ausgerichtete Gestaltung missachtet die öffentliche Ordnung und Moral, überschreitet rechtliche Grenzen und kann letztlich die öffentliche Sicherheit gefährden.“

Das Ministerium betont außerdem, dass Videospiele zwar fiktiv seien, dennoch aber Auswirkungen auf das Verhalten in der realen Welt haben könnten. Zur Untermauerung verweist die Behörde auf einen Fall aus dem Jahr 2018, bei dem ein junger Mann seinen Nachbarn getötet haben soll, weil er nach eigenen Angaben denselben Nervenkitzel erleben wollte, den ihm gewalthaltige Videospiele vermittelt hätten.

Die chinesische Regierung verfügt über erheblichen Einfluss darauf, welche Inhalte in Videospielen veröffentlicht werden dürfen. Wenn das Ministerium öffentlich erklärt, dass „jede Form von Inhalten, die bewusst die Grenzen zwischen Legalität und Illegalität verwischt, gefährliches Verhalten verherrlicht oder die öffentliche Sicherheit untergräbt, letztlich rechtliche Konsequenzen und gesellschaftlichen Widerstand nach sich ziehen wird“, stehen Valkos Chancen auf eine Veröffentlichung denkbar schlecht.

Nach Ansicht des Artikels liefert die Stellungnahme des Ministeriums einen wichtigen Hinweis darauf, weshalb Papergames den Forderungen der Gegner Valkos so umfassend nachgegeben hat. Um schwerwiegende Konsequenzen für das Unternehmen zu vermeiden, musste der Werwolf offenbar geopfert werden.