Gaming-Snacks auf der ISM 2026

Gamer snacken. Viel. Und gerne. Ob Ranked-Session, Raid-Night oder „nur noch eine Runde“ um drei Uhr morgens, irgendwas liegt fast immer neben Maus und Tastatur. Das Problem: Klassische Gaming-Snacks sind oft Kalorienbomben ohne Mehrwert. Genau hier hat die ISM 2026 überraschend gut abgeliefert. Neben Zucker und Spaß gab’s funktionelle Snacks, die tatsächlich für lange Sessions gedacht sind, ohne direkt die Kalorienbilanz zu sprengen.

Finally – Fruchtgummi mit Ansage
Fruchtgummi und „funktionell“ in einem Satz? Klingt erstmal wie Marketing-Fantasie. Finally macht’s aber ernst.
Das Besondere:

70 g Ballaststoffe pro 100 g.
Eine 50 g-Tüte liefert 35 g Ballaststoffe...und das bei unter 100 kcal

Zum Vergleich: Viele Menschen schaffen es im Alltag kaum auf 10 g Ballaststoffe pro Tag. 35 g in einem Snack ist also kein Witz, eher ein „Trink bitte genug Wasser dazu“-Warnhinweis. Genau das ist auch wichtig, denn so viel Ballaststoff braucht Flüssigkeit, sonst rächt sich der Darm.

Geschmack & Textur:
Etwas fester als klassisches Fruchtgummi, nicht übertrieben süß, aber erstaunlich angenehm. Kein Candy, das man gedankenlos wegatmet – eher ein Snack, den man bewusst kaut. Als Gaming-Alternative wirklich stark, gerade wenn man nicht schon wieder Chips will.



Ryse – Die Schokolade für Fokus-Fans
Ryse zielt nicht „auch“ auf Gamer ab – Gamer sind die Zielgruppe. Und das merkt man.

Das Besondere:
80 mg Koffein pro 26 g Tafel
148 kcal – völlig normal für Schokolade
Mit Vitamin B6 & B12 für Fokus und Stoffwechsel

80 mg Koffein entsprechen ungefähr einem kleinen Kaffee, nur eben in Schokoladenform. Für lange Sessions oder das Nachmittagstief eine ziemlich clevere Idee, ohne direkt zum Energy Drink greifen zu müssen.

Geschmack & Textur:
Sehr lecker, verschiedene Sorten. Besonders positiv: Orange/Schokolade. Deutlich angenehmer als bei vielen klassischen Marken, bei denen Orange oft künstlich oder zu dominant wirkt. Hier passt das Verhältnis.



Sugar’d – Proteinriegel mit Kreatin
Proteinriegel gibt’s wie Sand am Meer. Kreatinriegel? Eher nicht.
Das Besondere:
14 g Whey-Protein
4 g Kreatin
Damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Proteinzufuhr + tägliche Kreatin-Dosis

Das ist tatsächlich das erste Mal, dass mir Kreatin in einem Riegel begegnet ist. Für Gamer, die auch trainieren oder einfach Performance-orientiert denken, ein spannender Ansatz.

Geschmack & Struktur:
Weniger süß, angenehm mild. Nicht extrem „dense“, also nicht dieser typische Betonriegel, den man mit Wasser runterkämpfen muss. Lässt sich gut nebenbei essen, auch während einer Session.

Wholapola – Proteine und Edamame in Schokolade

Schokolade ohne Zucker, mit mehr Protein, das ist erstmal eines dieser Versprechen, die man grundsätzlich skeptisch betrachten sollte. Und ja: Auch hier sollte man es nicht überbewerten.

Real Talk:
Sollte man das als Proteinquelle sehen? Absolut nicht.
Die Proteinmenge ist überschaubar, das bleibt am Ende immer noch Schokolade.

Aber:
Wenn man ohnehin zu M&Ms oder schokolierten Nüssen greift, ist Wholapola eine interessante Alternative:
- Weniger Zucker
- Etwas mehr Protein
- Etwas mehr Ballaststoffe

Edamame statt Erdnüsse sieht man so gut wie nie, hier funktioniert es überraschend gut. Guter Crunch, leichter Edamame-Geschmack, nicht zu dominant, aber präsent genug, um sich abzuheben.

Extras: Nicht funktionell, aber definitiv erwähnenswert

Hot Honey von Bang Bang – Swicy auf Amerikanisch
Hot Honey ist einer dieser US-Foodtrends, die irgendwann zwangsläufig hier landen mussten. Bang Bang bringt ihn jetzt offiziell nach Deutschland.
Eindruck:
Sehr gut umgesetzt, spürbare Schärfe, vermutlich echter Chili im Honig. Sicher mehrere Ticks schärfer als vieles andereaus Deutschland. Das ist nicht Sweet-Chili, das ist Honig+Chili. Passt hervorragend als Sauce oder Topping.
Aber:
Honig bleibt Honig. Je nach Sorte rund 350 kcal pro 100 g. Als Sauce ist das… sagen wir: sportlich. Heftig lecker, aber auch heftig kalorienreich. Typisch Ami.
Wer „swicy“ mag, sollte es probieren, aber nicht so tun, als wäre das ein Diätprodukt.

SpongeBob Mystery Boxen von Choctim – Nostalgie pur
Objektiv? Nur Fruchtgummi mit Spielzeug. Emotional? Volltreffer.
Choctim hat mehrere Kollaborationen (unter anderem Peanuts), aber SpongeBob sticht einfach raus. Ich hab sogar die Bikini Bottom Police Department gezogen, allein dafür hat es sich gelohnt.

Die Fruchtgummis selbst sind eher mild, nichts Spektakuläres. Aber ganz ehrlich: SpongeBob wird nie alt.
Alles zusammen: 10/10. Echt korall.  

Mouthpropaganda – Eis in Ohrform

Manche Snacks will man probieren. Andere… erlebt man.

Mouthpropaganda hat auf der ISM gezeigt, dass Eis nicht nur schmecken, sondern auch verstören kann. Ich hatte ein Eis in Ohrform.
Und ja: Ich habe noch nie zuvor an einem Ohr gelutscht.

Eindruck:
Kreativ, absurd, irgendwie genial. Der Geschmack war tatsächlich sehr gut, leider war ich so sehr damit beschäftigt, dieses Ohr mental zu verarbeiten, dass ich den Geschmack danach fast vergessen habe. Schockfaktor > Geschmackserinnerung.
Aber genau das ist vermutlich der Punkt.

Ultrapop Anime Snacks – Cringe? Ja. Kauf ich’s? Auch ja.
Keine funktionellen Snacks, keine Performance-Versprechen. Nur Anime-Branding.
„Chipsan“, „Gummi-kun“ oder wie sie alle heißen – cringe? Definitiv.
Sind Saiyajins, Ninjas oder Gummimenschen drauf? Ebenfalls ja.
Wäre das der einzige Kaufgrund?
Ganz klar: Ja.
Der innere Nerd gewinnt hier jedes Mal. Das war in Japan so, das ist jetzt in Deutschland nicht anders.

ISM zusammenfassend
Die ISM 2026 hat gezeigt: Gaming-Snacks müssen nicht automatisch Zuckerbomben sein. Von Ballaststoff-Fruchtgummi über Koffein-Schokolade bis hin zu Protein-Kreatin-Riegeln war vieles dabei, das wirklich für lange Sessions gedacht ist.
Und wenn’s dann doch mal Hot Honey oder Anime-Chips sein müssen: Auch okay. Gaming lebt schließlich nicht nur von Performance, sondern auch von Spaß.