In der neuesten Ausgabe seines Podcasts KOJI10 hat sich Hideo Kojima kritisch zur rasanten Weiterentwicklung von Grafiktechnologien geäußert – insbesondere zu Nvidias neuer DLSS 5-Technologie. Zwar räumte der Star-Entwickler ein, dass KI-gestütztes Upscaling und die Reduzierung des „Uncanny Valley“-Effekts künftig wohl zum Industriestandard werden dürften, hege jedoch erhebliche Vorbehalte gegen den automatisierten Eingriff von Algorithmen in visuelle Kunstwerke.

Der Auslöser: Modding-Beispiele zu „Death Stranding 2“

Anlass für Kojimas Äußerungen waren Bildvergleiche und Modding-Demos von DLSS 5, die ihm zur Ansicht vorgelegt wurden. Darin wurde die KI-Technologie genutzt, um Gesichter und Umgebungsdetails aus Death Stranding 2 nachträglich aufzubessern und fotorealistischer wirken zu lassen. Die Resonanz in der Community fiel jedoch zwiespältig aus: Viele Fans merkten an, dass die Szenen durch die automatische Optimierung unnatürlich wirkten und der visuelle Stil des Originals verfälscht werde.

Künstlerische Absicht vs. automatische Optimierung

Kojimas Hauptkritik setzt an der fehlenden ästhetischen Relevanz von Algorithmen an. Eine Künstliche Intelligenz verstehe nicht, warum ein Regisseur oder Art Director eine ganz bestimmte Ausleuchtung, Farbpalette oder Textur gewählt hat:

„Es gibt einen Grund, warum ich ein ganz bestimmtes Lighting-Setup gewählt habe. Es wäre etwas anderes, wenn die KI diese Absichten verstehen würde. Aber mir gefällt der Gedanke überhaupt nicht, dass eine KI von sich aus Veränderungen am Werk vornimmt.“

Solange er die KI nicht selbst als Werkzeug steuere, lehne er es ab, wenn externe Systeme sein Werk eigenmächtig umgestalten. Zwar helfe KI-Technologie bereits heute beim Remastering von Musik oder der Restaurierung alter Filmklassiker, doch vollautomatische ästhetische Korrekturen entzögen dem Erschaffer die Kontrolle über die Vision. Für seine kommenden Großprojekte wie OD und PHYSINT macht Kojima damit deutlich: Das letzte Wort über Stil und Stimmung behält der Mensch.