RTX 5070 Ti: Wird sie noch produziert – oder ist sie praktisch schon tot?

Wenn eine Grafikkarte offiziell noch hergestellt wird, man sie aber nirgendwo kaufen kann, stellt sich eine simple Frage: Spielt das überhaupt noch eine Rolle?

Genau darum dreht sich aktuell die Diskussion rund um die Nvidia GeForce RTX 5070 Ti. Hardware Unboxed berichtete Anfang der Woche, dass die GPU bei Partnern faktisch den End-of-Life-Status erreicht habe – also keine nennenswerten Lieferungen mehr erhalte und intern bereits abgeschrieben sei.

Auslöser waren unter anderem Aussagen von Asus, die darauf hindeuteten, dass neue Lieferungen kaum noch geplant seien. Kurz darauf ruderte der Hersteller jedoch zurück.

Asus widerspricht – zumindest offiziell

In einem nachgereichten Statement erklärte Asus:

„Die aktuellen Lieferschwankungen bei beiden Produkten sind in erster Linie auf Einschränkungen bei der Speicherverfügbarkeit zurückzuführen, die Produktion und Nachschubzyklen vorübergehend beeinflussen.“

Weiter heißt es, dass es keinen Produktionsstopp und keine Einstellung des Modells gebe. Die RTX 5070 Ti sei weiterhin Teil des aktiven Portfolios.

Auf dem Papier klingt das beruhigend, in der Realität sieht es allerdings völlig anders aus.

Praktisch nicht mehr kaufbar

Ein Blick auf den Markt zeigt schnell, warum viele Spieler der Erklärung wenig Glauben schenken:

Überall ausverkauft. Selbst stark überteuerte Modelle mit bis zu 50 Prozent Aufschlag über der UVP von 750 US-Dollar sind häufig nur auf Vorbestellung gelistet

Kurz gesagt:
Die Karte existiert offiziell – aber nicht im Handel.

Und genau hier liegt das eigentliche Problem.

„Nicht eingestellt“ heißt nicht „verfügbar“

Technisch gesehen mag Nvidia die RTX 5070 Ti weiterhin produzieren lassen. Doch wenn nur minimale Stückzahlen ausgeliefert werden, ist der Unterschied zum tatsächlichen Produktionsende für Verbraucher praktisch irrelevant.

Der Engpass liegt laut Asus bei GDDR-Speicher, der aktuell massiv von KI-Unternehmen aufgekauft wird. Große Hyperscaler sichern sich langfristige Verträge, während der klassische Consumer-Markt immer weiter nach hinten rutscht.

Das Ergebnis:

GPUs werden zwar angekündigt

Partner halten sie im Sortiment

reale Liefermengen bleiben minimal

Für Händler lohnt sich Nachschub kaum, für Käufer ist er faktisch nicht vorhanden.

Das größere Problem dahinter

Die RTX 5070 Ti ist dabei kein Einzelfall, sondern ein Symptom.

Immer mehr Hardwarehersteller priorisieren aktuell:

- KI-Beschleuniger

- Server-GPUs

- Speicher für Rechenzentren

Gaming-Hardware wird zur Nebenbaustelle, selbst bei Unternehmen, deren Erfolg jahrelang genau darauf aufgebaut war.

Wenn eine Mittelklasse-GPU bereits Monate nach Marktstart kaum noch verfügbar ist, während gleichzeitig neue Modelle angekündigt werden, verliert das gesamte Line-up an Glaubwürdigkeit.