Sony und Netflix schließen neuen Mega-Deal nach Erfolg von K-Pop Demon Hunters

Sony Pictures und Netflix bauen ihre Zusammenarbeit deutlich aus. Nach dem überraschend starken Erfolg von K-Pop Demon Hunters haben beide Unternehmen nun einen neuen globalen Pay-1-Lizenzdeal bestätigt, der weitreichende Folgen für die Streaming- und Kinolandschaft haben dürfte.

Wie die beiden Konzerne diese Woche bekanntgaben, handelt es sich um ein mehrjähriges, exklusives Abkommen, das Sonys komplette Kino-Produktionen nach ihrer regulären Auswertung direkt zu Netflix bringt. Bedeutet konkret:
Nach Kinostart, digitalem Verkauf und Home-Entertainment-Phase landen sämtliche neuen Sony-Filme weltweit exklusiv bei Netflix.

Für die Branche ist das ein Novum. Erstmals erhält ein einzelner Streamingdienst weltweit die vollständigen Pay-1-Rechte eines großen Hollywood-Studios – bislang wurden diese Rechte meist regional aufgeteilt oder zwischen mehreren Anbietern aufgespalten.

Auch Nintendo-Filme sind Teil des Deals

Besonders brisant: Netflix nennt in seiner offiziellen Mitteilung ausdrücklich Nintendos kommende Live-Action-Verfilmung von The Legend of Zelda als Teil des Vertrags. Der Film soll am 26. März 2027 weltweit in die Kinos kommen und anschließend ebenfalls bei Netflix erscheinen.

Damit rückt Netflix näher denn je an eines der wertvollsten Entertainment-Franchises der Welt heran – obwohl Nintendo selbst bekanntermaßen extrem vorsichtig mit Lizenzen umgeht. Der Deal dürfte also langfristig angelegt sein und weit über einzelne Filmstarts hinausgehen.

Diese Filme kommen künftig exklusiv zu Netflix

Zu den ersten bestätigten Titeln im Rahmen des neuen Abkommens gehören:

- The Nightingale, die Verfilmung des Bestsellerromans von Kristin Hannah mit Dakota und Elle Fanning

- Buds von Sony Pictures Animation

- The Legend of Zelda (Live-Action-Film von Nintendo)

- Spider-Man: Beyond the Spider-Verse, Abschluss der gefeierten Animations-Trilogie

- Das ambitionierte Beatles-Filmprojekt von Sam Mendes, bestehend aus vier eigenständigen Filmen

Gerade mit Beyond the Spider-Verse sichert sich Netflix damit eines der aktuell wichtigsten Animationsprojekte Hollywoods – ein massiver Prestigegewinn.

Warum dieser Deal so wichtig ist

Für Sony ist das Modell attraktiv: Das Studio betreibt weiterhin keinen eigenen Streamingdienst, kassiert aber langfristig garantierte Einnahmen, ohne sich in den immer härteren Plattformkampf stürzen zu müssen.

Für Netflix hingegen ist der Deal strategisch enorm wertvoll. Während Disney+, Prime Video und Max zunehmend auf Eigenproduktionen setzen, kauft sich Netflix hier direkten Zugang zu Blockbustern mit Kinostatus – inklusive Marken wie Spider-Man, Zelda und künftig weiteren Sony-Franchises.

Gleichzeitig zeigt das Abkommen, wie sehr sich der Markt verschoben hat:
Streaming ist längst nicht mehr nur Zweitverwertung, sondern ein fester Bestandteil der Finanzierungsmodelle großer Kinofilme.

Kinofenster bleiben – vorerst

Wichtig für Kinobetreiber: Sony betont ausdrücklich, dass alle Filme weiterhin reguläre Kino- und Home-Entertainment-Fenster erhalten. Netflix bekommt die Inhalte erst danach. Kurz gesagt: Kein Day-One-Streaming, kein gleichzeitiger Release.

Wie lange dieses Modell angesichts steigender Produktionskosten noch tragfähig bleibt, ist allerdings offen.