WOWCube Review: futuristisches Rätsel-Gadget in 3D (wortwörtlich)

Der WOWCube ist ein ungewöhnliches Gerät, das klassische Puzzle-Mechanik mit moderner Technik kombiniert. Statt farbiger Flächen hat er 24 kleine IPS-Bildschirme, die auf allen Seiten verteilt sind und Spiele, Apps und Widgets darstellen. Unter der Oberfläche stecken acht Module mit Prozessoren, Bewegungssensoren, Sensoren für Kippen, Drehen und Antippen, Lautsprecher und ein eigenes Betriebssystem namens CubiOS. Es ist ein physisches Mini-System, das sowohl Spiele als auch kreative Interaktion erlaubt.

Was mich sofort beeindruckt hat, ist, wie anders er aussieht und sich anfühlt. Er wirkt futuristisch, interessant und irgendwie lebendig. Man will ihn sofort anfassen, drehen, kippen und ausprobieren. Die Kombination aus physischem Handling und digitalem Gameplay ist erfrischend neu. Spiele wie 2048, Space Invaders oder Cut the Rope laufen überraschend gut auf dem Würfel, weil die Steuerung über Drehen und Kippen funktioniert. Man muss wirklich dreidimensional denken, was den Kopf fordert und das Spielgefühl deutlich von normalen Touchscreen-Games unterscheidet.

Besonders passend ist die Rubik’s Cube App, die für den WOWCube entwickelt wurde. Sie nutzt das System perfekt aus: Man hat einen virtuellen Würfel, der fast wie ein 4x4-Rubikscube funktioniert (genauer gesagt ist es ein 2x2x2 physischer Cube, jeder „Block“ enthält vier kleine Displays pro Seite, also insgesamt acht Module, die zusammen 24 Screens ergeben). Man kann also als Anfänger völlig problemlos spielen, ohne Angst zu haben, dass man „nie wieder alles richtig bekommt“. Die App führt einen gut an die Mechanik heran, zeigt Fehler an und erlaubt es, den Cube Schritt für Schritt zu lösen. Perfekt für alle, die neu in Sachen Rubik’s oder digitaler Würfelspiele sind.

Die Haptik ist ein echter Pluspunkt. Der Würfel lässt sich sehr geschmeidig drehen, die Module greifen perfekt ineinander, und selbst längere Sessions fühlen sich angenehm an. Dieses physische Drehen in Kombination mit den digitalen Inhalten ist etwas, das ich selten so gut umgesetzt gesehen habe. Gleichzeitig macht der Cube sich hervorragend als Gesprächsstück oder sogar als stylische Nachtlampe, weil er futuristisch und hochwertig aussieht.

Trotz aller Begeisterung gibt es Einschränkungen. Der Preis liegt bei etwa 300 Dollar, was kein Schnäppchen ist, und für Leute ohne Interesse an Rätseln oder Würfeln wird der Reiz schnell abnehmen. Die Bildschirmauflösung und die niedrige Bildwiederholrate lassen die Darstellung im Vergleich zu modernen Displays etwas altbacken wirken. Die Ladebasis wirkt auf den ersten Blick fragil, auch wenn sie vermutlich stabil genug ist. Das ist eher ein Gefühl als ein echtes Problem.

Die Software selbst ist solide, wenn auch nicht perfekt. Touch-Interaktionen können manchmal unpräzise anfühlen, funktionieren im Großen und Ganzen aber ganz gut. Für mich stört das nicht entscheidend, zeigt aber, dass der WOWCube ein Nischenprodukt ist, das technisch beeindruckend, aber nicht so ausgereift wie klassische Konsolen ist. Das sollte bei Innovationen aber zu erwarten sein. Und es hält sich im Rahmen.

Was ich besonders spannend finde, ist das Zukunftspotenzial des Systems. Entwickler können eigene Spiele und Apps programmieren, wodurch der Cube langfristig noch interessanter werden könnte. Die vorinstallierten Spiele sind kurzweilig, aber die Möglichkeit, neue Inhalte zu schaffen, macht das Gadget lebendig.

Insgesamt ist der WOWCube ein einzigartiges Gadget für Puzzle-Fans, Technikliebhaber und Leute, die Spaß am dreidimensionalen Denken haben. Er ersetzt keine klassischen Konsolen oder Handhelds, aber für mich ist er ein Gadget, das Spaß macht, herausfordert, optisch überzeugt und die Möglichkeit bietet, immer wieder neue Spiele auszuprobieren. Die Kombination aus futuristischem Design, haptischem Gameplay und cleverer App-Unterstützung macht ihn zu einem Erlebnis, das ich jedem Rätsel-Fan empfehlen würde.