Call of Duty-Film: Regisseur sorgt mit alten Aussagen für Stirnrunzeln

Die Ankündigung, dass Peter Berg den kommenden Film zu Call of Duty inszeniert, kam ohnehin schon überraschend, aber jetzt wird’s richtig unangenehm. Denn alte Interviews zeigen: Der Mann konnte mit Gaming früher so gar nichts anfangen.

In einem Gespräch aus 2013 hat Berg ziemlich deutlich gesagt, was er von Militär-Shootern hält. Seine Wortwahl? „pathetic“ und „weak“. Besonders hart ging er dabei mit Spielern ins Gericht, die viel Zeit vor dem Bildschirm verbringen. Für ihn war das damals eher ein Zeichen von „Keyboard Courage“ als echte Erfahrung.

Das wirkt heute natürlich maximal ironisch, weil er jetzt ausgerechnet einen Film zu einer der größten Shooter-Reihen überhaupt macht – produziert von Paramount Pictures und basierend auf einer Marke von Activision.

Man kann ihm zugutehalten:
Das Interview ist über ein Jahrzehnt alt. Menschen ändern ihre Meinungen, gerade wenn sie beruflich in neue Bereiche einsteigen. Und vielleicht hat Berg inzwischen verstanden, warum Games wie Call of Duty für viele mehr sind als nur „rumsitzen und Zeit verschwenden“.

Trotzdem bleibt ein Geschmäckle.
Gerade bei Videospielverfilmungen ist Authentizität ein riesiges Thema. Fans merken sofort, ob jemand das Ausgangsmaterial respektiert – oder einfach nur einen Blockbuster drehen will. Wenn dann solche alten Aussagen auftauchen, kratzt das am Vertrauen.

Andererseits:
Ein guter Regisseur muss nicht zwingend Hardcore-Fan sein. Entscheidend ist eher, ob er das Thema ernst nimmt und ein Gespür für die Zielgruppe entwickelt. Es gibt genug Beispiele, bei denen Außenstehende starke Adaptionen geliefert haben – und genauso viele, bei denen es komplett schiefging.

Die eigentliche Spannung liegt jetzt woanders:
Wie geht Berg damit um? Ignoriert er das Thema? Oder nutzt er die Chance, um zu zeigen, dass er seine Sichtweise weiterentwickelt hat?

Spätestens wenn der Film Richtung Release geht, wird das wieder hochkochen. Und dann entscheidet sich, ob diese alten Zitate nur eine Fußnote bleiben – oder zum echten PR-Problem werden.