Cyberpunk-2077-VR-Modder sperrt Abos nach neuer DMCA-Welle:

Der bekannte VR-Modder Luke Ross, verantwortlich für vollwertige VR-Umsetzungen großer AAA-Spiele, hat sämtliche Inhalte auf seinem Patreon vorerst offline genommen. Auslöser sind gleich zwei DMCA-Takedowns – einer von CD Projekt Red wegen der Cyberpunk 2077 VR Mod, ein weiterer vom Ghostrunner-Publisher 505 Games.

Ross’ Mods galten jahrelang als technische Ausnahmeerscheinung: vollständige VR-Ports für Spiele, die offiziell keinerlei VR-Support besitzen. Doch nach der jüngsten Eskalation zieht der Modder nun die Reißleine.

DMCA von CD Projekt Red – danach folgte Ghostrunner

Bereits Anfang Januar erhielt Ross eine DMCA-Abmahnung von CD Projekt Red. Hintergrund: Seine Cyberpunk-2077-VR-Mod war nur über ein kostenpflichtiges Patreon-Abo zugänglich.

Kurz darauf folgte ein weiterer Schlag: Auch 505 Games, Publisher von Ghostrunner, reichte eine DMCA-Beschwerde ein. Damit wuchs bei Ross die Sorge, dass Patreon seinen gesamten Account dauerhaft sperren könnte.

Als Konsequenz entschied sich der Modder, sein komplettes Projekt vorübergehend einzufrieren.

Über 40 VR-Mods plötzlich nicht mehr verfügbar

In einer E-Mail an seine Unterstützer erklärte Ross:

„Angesichts der Situation bin ich gezwungen, sofort zu handeln.
Ich mache alle Versionen der Mods sowie sämtliche dazugehörigen Beiträge unzugänglich, damit es keinerlei Grundlage für weitere Forderungen gibt.“

Betroffen sind damit über 40 VR-Umsetzungen, darunter Mods für:

- Cyberpunk 2077

- Elden Ring

- Hogwarts Legacy

- Marvel’s Spider-Man

- Baldur’s Gate 3

- Horizon Zero Dawn

Neue Patreon-Abonnements sind zwar weiterhin möglich, bringen jedoch keinen Zugriff auf Inhalte.

„Neue Abos dienen aktuell ausschließlich der Unterstützung meiner Arbeit“, so Ross.

Kritik am DMCA-System: „Unendliche Macht für Konzerne“

Besonders deutlich wird Ross beim Thema Urheberrecht. Er kritisiert, dass DMCA-Gesetze großen Unternehmen faktisch grenzenlose Macht verleihen:

„DMCA ist so formuliert, dass Konzerne lediglich behaupten müssen, sie glauben, ihr Copyright sei verletzt worden – und alles wird sofort entfernt.“

Plattformen wie Patreon würden automatisch reagieren, ohne rechtliche Prüfung.

„Ich mache ihnen keinen Vorwurf. Das System zwingt sie dazu.“

Für Modder hingegen bleibe nur der Weg vor Gericht – mit immensen Kosten.

Streitpunkt: Geld für Mods

Kern des Konflikts mit CD Projekt Red war, dass Ross Geld für den Zugang zur Cyberpunk-VR-Mod verlangte.

CDPR betonte – ähnlich wie zuvor bei der Baldur’s-Gate-3-VR-Mod – dass kostenlose Mods mit freiwilligen Spenden akzeptabel seien, kostenpflichtige Abos jedoch nicht.

Ross verteidigt sich deutlich:

„Damals hieß es, ich würde 20.000 Dollar im Monat verdienen.
Ist das ‚unangemessen‘?“

Er rechnet vor:

„Wenn ich mehrere Monate Arbeit investiert habe – sagen wir 50.000 Dollar – ist das im Vergleich zu den Millionen, die CDPR für einen eigenen VR-Port ausgeben müsste, praktisch nichts.“

Finanziert worden sei alles ausschließlich durch Fans – ohne Kosten für den Publisher.

„Die Leute wollen mich bestrafen“

Zusätzlich zeigt sich Ross enttäuscht über Teile der Community. Nach dem Entfernen der Mod hätten Nutzer versucht, sie zu piratieren, um ihn bewusst zu schädigen.

„Menschen im Netz sind durstig nach Blut.“

Auf Reddit wiederum hagelte es Kritik:

„Warum macht er die Mod nicht kostenlos und nimmt Spenden an? Dann wäre er rechtlich unangreifbar.“

Andere warfen ihm vor, zu sehr auf Einnahmen fixiert zu sein und alternative Modelle zu ignorieren.

Adam Jensen, VR-Mods und ein strukturelles Problem

Der Fall zeigt erneut, wie angespannt das Verhältnis zwischen:

- Modding-Community

- Publishern

- Monetarisierung

und Urheberrecht geworden ist.

Während Mods für viele Spiele jahrelang geduldet wurden, reagieren Publisher zunehmend empfindlich, sobald Geld im Spiel ist... selbst dann, wenn die Mods technisch außergewöhnlich und für das Spielmarketing eigentlich wertvoll sind.