PlayStation Store: Spieler sehen unterschiedliche Preise für dasselbe Spiel

PlayStation-Nutzer haben eine merkwürdige Entdeckung gemacht: Im PlayStation Store werden offenbar unterschiedlichen Spielern verschiedene Preise für dasselbe Spiel angezeigt. Dahinter steckt eine Methode, die als A/B Pricing oder dynamische Preisgestaltung bekannt ist.

Auslöser der aktuellen Diskussion ist ein Reddit-Beitrag, in dem ein Nutzer zeigte, dass der Preis für Assassin’s Creed Unity plötzlich steigt, sobald er sich in sein Konto im PlayStation Network einloggt. Ohne Anmeldung wurde das Spiel im britischen Store mit einem Rabatt für 3,74 Pfund angezeigt. Nach dem Login lag der Preis jedoch bei 9,99 Pfund – immer noch günstiger als der reguläre Preis von 24,99 Pfund, aber deutlich teurer als das zuerst angezeigte Angebot.

Ganz neu scheint diese Praxis allerdings nicht zu sein. Bereits im November 2025 stellte die Rabatt-Tracking-Seite PSPrices fest, dass im PlayStation Store unterschiedliche Preise für verschiedene Nutzer auftauchen können. Auch das Spiel Astro Bot soll laut Reddit-Berichten schon 2024 von solchen Preisexperimenten betroffen gewesen sein.

Nach Untersuchungen von PSPrices scheint das A/B-Pricing im Store publisherabhängig zu sein. Zu den Unternehmen, die laut Bericht an solchen Tests teilnehmen, gehören unter anderem 2K Games, Focus Entertainment, Deep Silver, Bethesda Softworks, Rockstar Games sowie Sony Interactive Entertainment. Mittlerweile soll auch Ubisoft entsprechende Modelle testen.

Dynamische Preise sind in der Spielebranche allerdings nicht völlig ungewöhnlich. So setzt etwa Microsoft bereits seit 2021 auf personalisierte Angebote im Xbox Store. Dort werden solche Deals allerdings deutlich gekennzeichnet – etwa mit dem Hinweis „Just For You“.

Rechtlich bewegt sich das Ganze bislang offenbar im grünen Bereich. Zwar verbietet die EU dynamische Preise in Fällen von diskriminierender Preisgestaltung, doch diese Regel scheint hier nicht zu greifen. Die Europäische Kommission stellte bereits 2024 klar, dass dynamische Preisstrategien grundsätzlich nicht gegen die EU-Verbraucherschutzregeln verstoßen.