Discord geht auf Distanz zu Verifizierungsfirma mit Thiel-Verbindungen

Discord will seine Altersverifikation weltweit verschärfen und sorgt damit erneut für Diskussionen. Hintergrund ist unter anderem der britische Online Safety Act, der große Plattformen verpflichtet, Minderjährige stärker von als „schädlich“ eingestuften Inhalten fernzuhalten. Während Dienste wie Reddit oder Roblox bereits auf strenge Identitätsprüfungen setzen, hinkte Discord hinterher – inklusive eines Sicherheitsvorfalls, bei dem zehntausende Ausweisdaten offengelegt wurden.

Nun testete Discord offenbar die Altersprüfung über das 2018 gegründete Unternehmen Persona. Der Dienst bietet Identitäts- und Betrugserkennung an und hat seit Einführung strengerer Regulierungen gut zu tun. Problematisch finden viele Nutzer allerdings die Investorenstruktur hinter Persona.

Einer der wichtigsten Geldgeber ist der Founders Fund, ein Risikokapitalfonds, der unter anderem von Peter Thiel mitgegründet wurde. Thiel ist Mitgründer von Palantir Technologies, einem Unternehmen, das für staatliche Überwachungs- und Datenanalyseprojekte bekannt ist. Diese Verbindung sorgt für Misstrauen – insbesondere weil es bei Altersverifikation um sensible biometrische Daten und Ausweisdokumente geht.

Discord erklärte, dass es sich bei der Zusammenarbeit mit Persona lediglich um einen begrenzten Test gehandelt habe, der inzwischen abgeschlossen sei. Nutzer, die entsprechende Aufforderungen erhalten hätten, seien Teil eines Experiments gewesen. Laut Plattform würden erhobene Daten nur für sieben Tage gespeichert. Wie eine globale Lösung konkret aussehen soll, bleibt bislang offen.

Kritisch gesehen wird vor allem die mögliche Kombination aus verpflichtenden Scans und der Nutzung vorhandener Nutzerdaten, um das Alter „einzuschätzen“. Gerade bei einer Plattform, die sich lange als vergleichsweise geschützter Raum für Communities verstand, trifft das einen sensiblen Nerv.

Unterm Strich steht Discord vor einem Dilemma: Regulatorischer Druck zwingt zu härteren Kontrollen, doch jede technische Lösung wirft neue Datenschutzfragen auf. Und sobald Namen wie Thiel oder Palantir im Hintergrund auftauchen, schrillen bei vielen Nutzern automatisch die Alarmglocken.