Erste Gaming-Preiserhöhung 2026 zeichnet sich ab – Asus warnt vor steigenden Hardwarekosten

Noch bevor die CES 2026 offiziell beginnt, gibt es erste Anzeichen dafür, dass Gaming 2026 teurer wird. Hardware-Hersteller Asus hat seine Partner vor bevorstehenden Preissteigerungen gewarnt. Betroffen sein könnten unter anderem PC-Gaming-Geräte wie der ohnehin bereits sehr hochpreisige ROG Xbox Ally X, der aktuell bei rund 1.000 US-Dollar liegt.

In einem internen Schreiben, das am 5. Januar 2026 wirksam werden soll, spricht Asus von „strategischen Preisanpassungen“. Konkrete Produkte oder exakte Preisaufschläge wurden zwar nicht genannt, dafür aber die Ursachen klar benannt: Der anhaltende KI-Boom sorgt für massive Verwerfungen in den globalen Lieferketten.

Laut Asus-Manager Liao Yi-Xiang führen vor allem die steigende Nachfrage nach Rechenleistung für generative KI, höhere Investitionskosten in moderne Fertigungsprozesse sowie strukturelle Engpässe bei Zulieferern zu wachsendem Kostendruck. Besonders kritisch seien aktuell DRAM-, NAND- und SSD-Komponenten, die sowohl für KI-Server als auch für Gaming-Hardware essenziell sind.

KI-Boom verdrängt Gaming-Hardware

Asus ist damit der erste große Hersteller, der offen bestätigt, was sich Ende 2025 bereits abgezeichnet hat: Gaming-Hardware steht zunehmend im Schatten der KI-Industrie. Unternehmen wie Nvidia, AMD und Microsoft priorisieren Rechenzentren und Enterprise-Kunden, während klassische Gaming-Produkte in der Lieferkette nach hinten rutschen.

Bereits im vergangenen Jahr kursierten Berichte über mögliche Engpässe bei AMD-Chips, wobei insbesondere Microsofts Xbox-Sparte als anfällig galt. Schlechte Lagerplanung und steigende Nachfrage nach KI-fähigen Komponenten könnten die Situation weiter verschärfen.

Verzögerungen bei PlayStation 6 und neuer Xbox?

Laut Insider Gaming gehen die Auswirkungen inzwischen so weit, dass einige Hersteller intern über Verschiebungen der nächsten Konsolengeneration diskutieren. Demnach steht sogar im Raum, die ursprünglich für 2027–2028 geplanten Releases von PlayStation 6 und einer neuen Xbox nach hinten zu schieben – in der Hoffnung, dass sich die RAM-Produktion bis dahin stabilisiert und Preise wieder sinken.

Zusätzlich heizte ein Bericht des südkoreanischen Mediums Newsis die Debatte an: Nvidia und AMD sollen für 2026 bereits deutliche GPU-Preiserhöhungen prüfen. Besonders extreme Prognosen sprechen davon, dass High-End-Grafikkarten wie eine RTX-5090 von derzeit rund 2.000 US-Dollar auf bis zu 5.000 US-Dollar steigen könnten. Selbst moderate Erhöhungen würden den PC-Gaming-Markt weiter unter Druck setzen.

Gaming wird zum Nebengeschäft

Unabhängig davon, wie stark die Preise letztlich steigen, zeigt sich ein klarer Trend: Für Konzerne wie Microsoft und Nvidia ist Gaming längst nicht mehr das Kerngeschäft. Im Vergleich zu KI-Infrastruktur wirken Konsolen, GPUs für Endkunden und Gaming-Laptops zunehmend wie ein Nebenprodukt.

Ohne einen massiven Einbruch des KI-Marktes – so unwahrscheinlich er aktuell auch wirkt – dürfte sich daran kurzfristig wenig ändern. Für Spieler bedeutet das: 2026 könnte erst der Anfang einer neuen Preisrealität sein.