Die Schockwellen nach dem Aus von BioWare hallen mit unverminderter Wucht durch die Gaming-Welt. Nachdem Electronic Arts das kanadische Traditionsstudio abgewickelt hat, formiert sich die Fanbasis der Sci-Fi-Saga zu einem beispiellosen Protest. Unter dem Banner der Kampagne #SaveMassEffect trägt die Untergruppe „We Are Mass Effect“ ihren Unmut nun direkt vor die Haustür des Publishers: Nachdem die Gruppe kürzlich bereits eine Werbefläche am New Yorker Times Square gebucht hatte, reichte eine Crowdfunding-Kampagne für weitere Plakatwände vor EAs Büros und den kommenden Game Awards nicht einmal eine Viertelstunde, um ihr Finanzierungsziel zu pulverisieren.

Protest dort, wo EA nicht wegsehen kann

Initiiert von den drei Fans Kala Elizabeth, Ariel Aguilar und Mer, ging die GoFundMe-Kampagne mit einem Ziel von exakt 5.274 US-Dollar an den Start – ein Betrag, der auf konkreten Kostenvoranschlägen lokaler Werbeagenturen basiert. Nach weniger als 15 Minuten war die Summe vollständig gedeckt.

Mit dem Geld sollen unübersehbare Billboards an drei strategisch brisanten Schauplätzen platziert werden:

  • EA-Hauptquartier in Redwood City: Die Konzernspitze soll den Protest der Spieler direkt auf dem Weg ins Büro vor Augen geführt bekommen.

  • Das BioWare-Büro in Edmonton: Das nach der Schließung des Studios vor der Abwicklung stehende Gebäude in Kanada dient als Mahnmal für das verlorene Vermächtnis.

  • The Game Awards in Los Angeles: Pünktlich zur großen Preisverleihung am 10. Dezember 2026 soll eine Werbefläche im Umfeld des Events die versammelte Industrie und weltweite Medienöffentlichkeit an das Franchise erinnern.

Organisatorin Mer zeigte sich gegenüber Kotaku überwältigt von der Dynamik: „Mir fehlen die Worte. Wir sammeln intern bereits weitere Ideen, um diesen Schwung beizubehalten.“

Überschüssige Gelder für entlassene Entwickler

Die Spendenaktion wurde nach Erreichen des Zielbetrags gestoppt, um keine unnötigen Überschüsse anzuhäufen. Alle Gelder, die über die reinen Kosten für Plakatflächen und Plattformgebühren hinausgehen, sollen nach dem Willen des Trios direkt den Betroffenen der Entlassungswelle zugutekommen.

Geplant ist eine Spende an den Game Worker Hardship Fund der Gewerkschaftsorganisation United Videogame Workers-CWA, die ehemalige Angestellte bei Arbeitslosigkeit finanziell unterstützt. Da die Organisation aktuell noch an den formalen Schnittstellen für direkte Fremdspenden arbeitet, suchen die Initiatoren nach Wegen, den Betrag rechtssicher an die notleidenden Entwickler weiterzuleiten.

250.000 Unterschriften und interne Risse in der Fanbasis

Die Plakat-Aktion reiht sich in eine wachsende Protestbewegung ein. Eine parallel laufende Petition auf Change.org hat bereits die Marke von 250.000 Unterschriften überschritten und verlangt von EA die Fortführung der Reihe.

Ganz unumstritten ist die Petition innerhalb der Community allerdings nicht: Kritiker bemängeln, dass der Text fordert, Mass Effect schlicht einem anderen Entwicklerstudio zu übergeben, während das Schicksal der gefeuerten BioWare-Entwickler mit keinem Wort erwähnt wird. Für viele Fans steht jedoch fest, dass die Seele der Serie untrennbar mit den Menschen verbunden war, die sie über Jahrzehnte hinweg aufgebaut haben. Mit den Billboards vor EAs Firmenzentrale wollen sie sicherstellen, dass dieser Verlust nicht einfach in Quartalsberichten unter den Teppich gekehrt wird.