Gamereview: Mortal Shell 2 - Bockschwer, bildgewaltig und überraschend genial!

  • Genre: Action-RPG / Soulslike

  • Entwickler: Cold Symmetry | Publisher: Playstack

  • Status: Vorschau-Version

  • Plattform: PC

Das Soulslike für Genre-Muffel: Hart, aber unglaublich befriedigend

Ich gebe es direkt offen zu: Bei knallharten Titeln wie Dark Souls gehöre ich normalerweise zu den Spielern, die schnell das Handtuch werfen oder schlichtweg extrem schlecht abschneiden.

Umso überraschender war meine Erfahrung mit Mortal Shell 2: Dieser Nachfolger macht einfach einen riesigen Spaß!

Versteht mich nicht falsch – das Spiel ist nach wie vor alles andere als einfach. Es fordert Konzentration, gutes Timing und Geduld.

Doch der große Unterschied liegt in der Motivation. Mortal Shell 2 bietet einen extrem zufriedenstellenden, wenn auch schweren Schwierigkeitsgrad. Fehler werden zwar bestraft, aber Frust kommt selten auf.

Jeder erfahrbare Erfolg und jeder gemeisterte Kampf fühlen sich meisterhaft an. Man hat nie das Gefühl, dass das Spiel unfair zu einem ist.

Spielmechaniken: Hüllen-Wechsel und die Laute als Waffe

Ein zentraler Pfeiler des Spielprinzips sind wie im Vorgänger die namensgebenden Hüllen (Shells). Anstatt deine Attribute in einem starren Menü aufzuwerten, schlüpfst du in die Körper gefallener Krieger.

Jede Hülle bringt eigene Talente, Ausdauerwerte und Spezialfähigkeiten mit sich. Das macht das Gameplay herrlich flexibel.

Wenn du mit einer schwer gepanzerten Hülle bei einem Boss scheiterst, wechselst du für den nächsten Versuch einfach zu einer agileren Variante. Das nimmt dem Soulslike-Genre viel von seiner sonstigen Sperrigkeit.

Ein echtes Highlight im Waffenarsenal ist zudem das Comeback der Laute, die diesmal nicht mehr nur zur Entspannung am Lagerfeuer dient, sondern voll als Waffe in den Kampf integriert wurde!

Es ist herrlich schräg, mitten im Getümmel Hiebe mit dem Musikinstrument auszuteilen oder Gegner mit gezielten Tönen aus dem Konzept zu bringen.

Diese Mischung aus düsterer Soulslike-Atmosphäre und abgedrehten Ideen wie der Laute als Prügelwerkzeug verleiht dem Titel eine ganz eigene Identität.

Visuelles Feuerwerk & Das Flug-Feature

Visuell legt der zweite Teil eine gewaltige Schippe drauf. Die Spielwelt ist riesig, düster und voller dynamischer Action-Momente. Wer die Grafik auf Anschlag dreht, bekommt ein wahres Next-Gen-Feuerwerk geboten.

Ein absolutes Highlight ist die neu gestaltete Schnellreise über die Karte.

Der eigene Charakter fliegt dabei im Eiltempo direkt über die riesige Spielwelt. Das Besondere daran: Die Areale und Details werden in diesem Moment komplett live und direkt gerendert.

Normalerweise ist ein solches Live-Rendering ein absoluter Härtetest für jeden Gaming-PC, der schnell zu Rucklern führt.

Mortal Shell 2 meistert dieses Kunststück jedoch völlig mühelos. Die Landschaft zieht ohne spürbare Nachlademomente unter einem hinweg.

Technik & Performance: Unser Testsystem

Aufgrund der beeindruckenden Kulisse und der Live-Rendering-Effekte beim Kartenflug musste sich der Titel auf unserer Referenzmaschine beweisen.

Test-Setup:

  • Laptop-Modell: MSI Vector GP76 12UH

  • Prozessor (CPU): Intel Core i7-12700H (14 Kerne, 20 Threads, Boost bis zu 4,7 GHz)

  • Grafikkarte (GPU): NVIDIA GeForce RTX 3080 Laptop GPU

  • Arbeitsspeicher (RAM): 16 GB DDR5

Performance-Eindruck:

Das Spiel lief auf unserem MSI Vector absolut fantastisch.

Selbst bei hochgeschraubten Grafikreglern, bildschirmfüllender Action und den extrem fordernden Flug-Schnellreisen über die riesige Map blieb die Performance seidenweich.

Es gab schlichtweg nichts zu meckern. Keine störenden Laderuckler, keine Pop-Ins, die technische Optimierung ist für ein Spiel dieser visuellen Klasse schlicht beeindruckend und unerwartet stark.

Pro & Contra

Das gefällt uns gut:

  • Bildgewaltige Next-Gen-Grafik und extrem düstere, dichte Atmosphäre

  • Sehr zufriedenstellender, fordernder Schwierigkeitsgrad – hervorragend balanciert für Souls-Muffel

  • Tolle Hüllen-Mechanik für flexible Kampfanpassungen ohne starre Levelgrenzen

  • Die Laute als skurrile, aber erstaunlich effektive Waffe im Kampf

  • Beeindruckendes Live-Rendering beim Schnellflug über die riesige Spielwelt

  • Unerwartet flüssige Performance und perfekte Optimierung auf dem Testsystem

Das gefällt uns weniger:

  • Trotz hoher Motivation bleibt die Lernkurve für komplette Neueinsteiger steil

  • In den riesigen Arealen verliert man ohne Kartenübersicht gelegentlich die Orientierung

Fazit: Mortal Shell 2 hat mich auf ganzer Linie überrascht. Selbst als jemand, der bei Titeln wie Dark Souls schnell verzweifelt, hat mich der Titel von der ersten Minute an gefesselt. Die Entwickler treffen genau die richtige Balance zwischen knackiger Herausforderung, cleveren Mechaniken wie den Hüllen sowie der Laute als Waffe und einem extrem befriedigenden Spielgefühl. Dass ein optisch so aufwendiges Spiel mit nahtloser Live-Rendering-Schnellreise technisch derart sauber und flüssig läuft, verdient allergrößten Respekt. Hier reift ein absolutes Highlight heran!