Horror-Visual-Novel mit 24.000 Wishlists fliegt von Steam – wegen „Plattform-Richtlinien“

Das Indie-Projekt This Game Is Not Real sollte eigentlich im Mai auf Steam erscheinen. Stattdessen ist jetzt Schluss: Valve hat das Spiel abgelehnt – offiziell wegen nicht erfüllter Plattform-Kriterien.

Die Entwickler vom kleinen Studio Viv hatten sich eigentlich schon eine solide Basis aufgebaut. Rund 24.000 Wishlist-Einträge sprechen für ordentlich Interesse, gerade für ein Nischenprojekt im Horror-Romance-Bereich. Umso härter trifft jetzt die Nachricht, dass Steam den Titel komplett aus dem Store entfernt hat.

Offiziell bleibt Valve wie so oft vage. Es gibt kein detailliertes Statement, nur den Verweis auf Richtlinien. Die Entwickler selbst sprechen lediglich von einer „Platform Change“-Entscheidung und verlagern den Release jetzt auf alternative Shops wie DLsite und BOOTH.

Im Raum steht allerdings ziemlich deutlich ein bestimmter Punkt: Inhalte rund um nicht einvernehmliche sexuelle Themen und psychologisch belastende Darstellungen. Genau diese werden in der aktualisierten Beschreibung des Spiels selbst mit mehreren Trigger-Themen aufgeführt, darunter Gewalt, Suizid, Drogenkonsum und eben auch sexuelle Inhalte ohne Zustimmung.

Und genau da wird es für Steam traditionell heikel. Valve hat in den letzten Jahren zwar viel erlaubt, aber bei bestimmten Kategorien zieht die Plattform eine klare Grenze. Gerade Inhalte mit sexualisierter Gewalt oder problematischen Consent-Darstellungen führen immer wieder zu Ablehnungen oder Entfernung – unabhängig davon, wie groß das Interesse am Spiel ist.

Die Entwickler argumentieren derweil eher künstlerisch: Für sie sei das Projekt bewusst als verstörendes, emotionales Werk gedacht, nicht als „klassisches Adult-Game“. Der Stil, die Themen und die Inszenierung sollen laut Team genau diese Grenzbereiche ausloten.

Trotzdem bleibt das Ergebnis am Ende ziemlich eindeutig: großer Hype auf der einen Seite, klare Absage auf der anderen. Und für ein kleines Indie-Team bedeutet das vor allem eines – ein kompletter Plattformwechsel kurz vor Release, inklusive neuem Marketing, neuer Reichweite und vermutlich auch neuem Risiko.

Ob das Spiel außerhalb von Steam den gleichen Push bekommt, ist offen. Aber der Fall zeigt wieder ziemlich deutlich, wie schnell selbst gut laufende Projekte an den Content-Grenzen großer Plattformen hängen