Level-5-Chef verteidigt generative KI: „Bitte hört auf, sie zu dämonisieren“

Nach der viralen Verbreitung eines Interviews von Level-5-CEO Akihiro Hino, in dem er positiv über generative KI sprach, hat der Chef des Studios hinter Professor Layton und Ni no Kuni nun Stellung genommen. Anlass war auch die Kontroverse rund um Clair Obscur: Expedition 33, das einen Indie-Award verlor, weil die Entwickler:innen KI genutzt hatten.

Kein massiver KI-Einsatz in allen Spielen

Hino stellte klar, dass Level-5 nicht 80 Prozent oder mehr des Codes in allen Spielen von KI schreiben lässt, wie es in der viralen Interpretation hieß.

„Die Wahrheit ist, dass es ein noch unveröffentlichtes Spiel gibt, bei dem ein Programmierer KI gezielt für die Programmierung nutzt. Das wurde als Beispiel genannt – daraus wurde dann übertrieben geschlossen, wir würden alles so machen.“

Er betonte, dass Level-5 derzeit noch nicht in dem Stadium sei, dass KI den Großteil der Arbeit übernimmt. Die Nutzung von KI beschränke sich auf ausgewählte Projekte.

Chancen durch KI

Trotzdem sieht Hino die Technologie als wichtigen Hebel für die Spieleindustrie:

Zeitersparnis: KI kann Routineaufgaben übernehmen und Entwicklungszeiten verkürzen.

Potenzial für schnellere AAA-Spiele: Wo bisher 5–10 Jahre nötig waren, könnten hochwertige Titel zukünftig alle zwei Jahre erscheinen.

Kreativer Mehrwert: KI kann Inhalte erzeugen, die Menschen inspirieren und kreative Prozesse unterstützen.

Hino kritisierte die pauschale Gleichsetzung von KI mit Plagiat:

„Ein Messer kann zum Kochen oder als Waffe benutzt werden; ein Computer kann Spiele entwickeln oder Cyberkriminalität ermöglichen. KI kann Inhalte plagiiert erzeugen, wenn sie falsch eingesetzt wird, aber richtig angewandt kann sie die kreative Welt bereichern.“

Appell an die Branche und Spieler:innen

Hino möchte, dass Entwickler:innen und Publikum KI als Werkzeug sehen – nicht als Bedrohung. Sein Ziel:

„Ich möchte, dass Spiele in meinem Leben noch stärker weiterentwickelt werden. Traumhafte Games entstehen, die heutige AAA-Standards übertreffen. Wenn der Eindruck entsteht, ‚KI ist böse‘, würde das den Fortschritt moderner digitaler Technologien ernsthaft behindern.“

Er sieht in technologischen Innovationen insgesamt einen Weg zu mehr Wachstum und Kreativität in der Spieleindustrie.