MTG „The One Ring“-Artwork: Plagiatsvorwurf trifft Wizards – Künstler entschuldigt sich

Beim kommenden „The Hobbit“-Set von Magic: The Gathering hat sich ausgerechnet eine der wichtigsten Karten zum Problemfall entwickelt. Die Illustration von „The One Ring“ steht nach einem Community-Vergleich unter Plagiatsverdacht, und inzwischen ist klar: Die Ähnlichkeiten sind nicht nur Zufall.

Ausgangspunkt war ein Side-by-Side-Vergleich zwischen dem neuen Artwork von Dan Frazier und einer früheren Version von Marta Neal. Fans haben ziemlich schnell gemerkt, dass Perspektive, Komposition und selbst einzelne Details nahezu deckungsgleich wirken. In einigen Bereichen lassen sich Spuren der ursprünglichen Version sogar noch im neuen Bild erkennen. Für eine Szene, die normalerweise extrem auf Eigenständigkeit und Stil achtet, ist das ein ziemlich harter Treffer.

Frazier hat sich inzwischen öffentlich geäußert und den Fehler eingeräumt. Er beschreibt, dass er bei der Arbeit auf Referenzen zurückgegriffen habe, dabei aber zu nah an der Vorlage geblieben sei. Statt das Motiv klar neu zu interpretieren, habe er letztlich zu stark übernommen und es nicht ausreichend verändert. Seine Entschuldigung wirkt dabei relativ direkt – er spricht von einem Fehler und davon, dass er sich bei der betroffenen Künstlerin persönlich melden will.

Auch Wizards of the Coast hat reagiert und bestätigt, dass die Ähnlichkeiten „nicht zufällig“ seien. Gleichzeitig versucht der Publisher, die Situation einzuhegen: Marta Neal soll entschädigt werden, und in digitalen Versionen der Karte soll eine korrekte Creditierung erfolgen. Intern will man offenbar prüfen, wie so ein Artwork überhaupt durch die Qualitätskontrolle kommen konnte.

Genau das ist auch der Punkt, der in der Community gerade am meisten diskutiert wird. Denn unabhängig von der Frage, ob hier Absicht im Spiel war oder nicht, bleibt die Tatsache: Ein zentrales Artwork eines hochkarätigen Sets ist durch mehrere Prüfungen gegangen, ohne dass der offensichtliche Bezug auffiel. Für ein Produkt, das stark über seine visuelle Identität verkauft wird, ist das mindestens peinlich.

Die Reaktionen fallen entsprechend gemischt aus. Ein Teil der Community sieht es als menschlichen Fehler und akzeptiert die Entschuldigung. Ein anderer Teil kritisiert deutlich, dass so etwas im Jahr 2026 eigentlich nicht mehr passieren dürfte – vor allem nicht bei einem Franchise wie Magic: The Gathering, das seit Jahrzehnten über seine Kunst definiert wird.

Unterm Strich bleibt ein klassischer Fall von „zu nah an der Vorlage gearbeitet“, der weniger durch den eigentlichen künstlerischen Prozess auffällt, sondern vor allem durch das Versagen der internen Kontrolle. Und genau das dürfte Wizards in den nächsten Wochen deutlich mehr beschäftigen als die eigentliche Karte selbst.