PlayStations Abschied von Discs zieht unbeteiligte Spiele in den Shitstorm: „Ein Doom-Retweet wird euch NICHT retten, Sony“

Eine Woche nach Sonys Entscheidung, physische Datenträger mit dem Übergang zur PlayStation-6-Generation abzuschaffen, ist die Kritik keineswegs abgeflaut. Im Gegenteil: Aus der anfänglichen Empörung entwickelt sich zunehmend ein koordinierter Protest. Und inzwischen geraten sogar Spiele anderer Publisher ins Kreuzfeuer, sobald sie über die offiziellen PlayStation-Kanäle beworben werden.

Nachdem sich die offiziellen PlayStation-Konten mehrere Tage lang nicht in den sozialen Medien gemeldet hatten, brach der X-Account gestern sein Schweigen mit einem Beitrag über Sonys neuen Arcade-Fightstick, der im Vorfeld der Veröffentlichung von Marvel Tokon: Fighting Souls vorgestellt wurde.

Der Beitrag wurde jedoch sofort von einer Welle negativer Reaktionen überrollt. Die Kommentare und Zitate bestanden fast ausschließlich aus Kritik an Sonys Entscheidung, physische Spiele ab 2028 aufzugeben. Der Post wurde inzwischen mehr als 27 Millionen Mal angesehen und zählt über 65.000 Kommentare. Positive Reaktionen sind dort kaum zu finden.

Mittlerweile beschränkt sich die Kritik nicht mehr auf einzelne Beiträge. Stattdessen richtet sie sich gegen nahezu jeden neuen Post des PlayStation-Accounts auf X.

Da Sony über den Account überwiegend Trailer und Neuigkeiten zu Spielen veröffentlicht, die auf PlayStation-Konsolen erscheinen – unabhängig vom jeweiligen Entwickler –, geraten auch diese Titel unfreiwillig in den Strudel der Proteste.

Zu den betroffenen Beiträgen gehören unter anderem:

  • Ein Vorschau-Post zu The Blood of Dawnwalker, einem neuen Vampir-Rollenspiel im Stil von The Witcher. Der Beitrag erreichte über 2,5 Millionen Aufrufe und mehr als 16.000 überwiegend negative Kommentare.
  • Die Ankündigung des Erscheinungstermins von Mortal Shell 2 mit rund 9.500 negativen Kommentaren.
  • Die Bekanntgabe des Apex Legends × Cyberpunk-Events am 14. Juli mit etwa 8.500 negativen Kommentaren.
  • Ein Trailer zum Season-One-Update von The Elder Scrolls Online, der rund 4.400 kritische Kommentare erhielt.
  • Selbst ein ursprünglich harmloser Beitrag des offiziellen DOOM-Accounts zum neuen DOOM: The Dark Ages-DLC blieb nicht verschont, nachdem ihn PlayStation erneut geteilt hatte.

Einige Reaktionen der Nutzer lauteten:

„Ein Retweet von DOOM wird euch NICHT retten, Sony. Wir werden weder DOOM noch irgendein anderes Spiel auf PlayStation spielen.“

Ein anderer Nutzer schrieb:

„Ach, ihr könnt also Beiträge physisch weiterverbreiten, aber keine physischen Spiele mehr veröffentlichen?“

Eine weitere Person kommentierte:

„Mir tut jeder leid, dessen Spiel gerade von PlayStation retweetet wird. Tja – ihr wisst, was zu tun ist.“

Wie lange die Online-Proteste anhalten werden und ob sie Sonys langfristige Strategie beeinflussen können, bleibt offen.

Daniel Ahmad, Research & Insights Director bei Niko Partners, erklärte auf X:

„Ich denke schon, dass Sony in irgendeiner Form auf die Kritik reagieren wird. Ehrlich gesagt hätten sie diese Ankündigung erst machen sollen, wenn sie auch erklären konnten, wie physische Discs auf der PlayStation 6 funktionieren werden. Trotzdem würde es mich überraschen, wenn das Unternehmen seine Entscheidung jetzt komplett zurücknimmt.“

Unterdessen hat eine Online-Petition, die Sony zum Umdenken bewegen soll, bereits mehr als 227.000 Unterschriften gesammelt.