Review: Eine kulinarische Reise durch Hydaelyn

Das "Ultimative Final Fantasy XIV Online Kochbuch" verspricht eine kulinarische Reise durch Hydaelyn, und schon beim ersten Durchblättern wird klar, dass dieses Versprechen ernst genommen wurde. Es ist nicht einfach nur eine lose Sammlung von Rezepten, sondern ein hochwertig gestaltetes Werk, das die Atmosphäre des Spiels in die heimische Küche transportiert.

Ein Kochbuch von Fans für Fans (mit Segen von oben)

Was dieses Buch für mich besonders wertvoll macht, ist die direkte Verbindung zum Spielteam. Es enthält ein Vorwort von Naoki Yoshida, dem Produzenten und Direktor von FFXIV, inklusive seiner Unterschrift und einer sympathischen Illustration. Man merkt, dass hier Wert darauf gelegt wurde, dass die Rezepte nicht nur „erfunden“, sondern als Teil der Spielwelt „gecraftet“ wurden. Das Design zieht sich konsistent durch das ganze Buch und fängt den Abenteurer-Vibe perfekt ein.

Kulinarisches Worldbuilding: Von Gyr Abania in die echte Welt

Ein genialer Kniff des Buches ist die Zuordnung realer Essenskulturen zu den verschiedenen Regionen des Spiels.

Die Rezepte sind nach Gebieten wie Gyr Abania sortiert, was das Eintauchen in die Lore vertieft. Dabei wird auf Authentizität gesetzt: Anstatt Namen zu verfälschen, finden sich traditionelle Gerichte wie Patlıcan İmam Bayıldı unter ihrem echten türkischen Namen im Buch wieder.

Die Einleitungstexte zu den Rezepten, wie die Erwähnung von Lyse in Rhalgr’s Wacht, schlagen eine wunderbare Brücke zwischen der Spielhandlung und dem Kochen.

Die Optik: Bodenständig statt High-Fantasy

Ein Punkt, der bei uns für Gesprächsstoff sorgte, ist die visuelle Präsentation der fertigen Gerichte:
Der Look: Die Fotos zeigen „normale“, realistische Speisen.
Die Kritik: Man könnte bemängeln, dass die Gerichte optisch nicht sofort nach „Gaming“ oder „Final Fantasy“ schreien... sie sehen eben aus wie leckeres, bodenständiges Essen und nicht wie magisch leuchtende Items aus einem Raid.

Die Einordnung: Auch wenn ein bisschen mehr „In-Game-Ästhetik“ bei der Anrichtung schön gewesen wäre, macht das Gesamtbild diesen Umstand wett. Die Qualität der Fotos und die klare Struktur (Schwierigkeitsgrad, Zubereitungszeit, Portionen) sind absolut überzeugend.

Ein Muss für „Culinarians“

Besonders hervorzuheben ist die Vielfalt, die auch spezielle Ernährungsweisen berücksichtigt, wie etwa das vegane İmam Bayıldı. Dass man hier erfährt, dass der Name wörtlich bedeutet, dass ein Imam vor Genuss in Ohnmacht fiel, ist ein tolles Detail, das zeigt, wie viel Liebe in der Recherche steckt.

Ob man nun wirklich plant, die 1,5 Stunden Garzeit für die gefüllten Auberginen zu investieren oder das Buch einfach als Sammlerstück genießt: es ist eine Bereicherung für jedes Fan-Regal.