Außen Zuckerwatte, innen eSports-Monster: Der GameSir T7 Pro „Sugar Whirl“ im Hardware-Test

Wer an Drittanbieter-Controller für die Xbox denkt, hat meist klobige, schwarze Gehäuse oder aggressive eSports-Designs vor Augen. GameSir bricht mit dem neuen T7 Pro „Sugar Whirl“ radikal aus diesem Muster aus. Unter einer zuckersüßen, pastellfarbenen Hülle verbirgt sich hier jedoch absolute High-End-Technik, die selbst dem offiziellen Xbox Elite-Controller Konkurrenz macht. Wir haben das Prachtstück aus der „Pastel Collection“ auf Herz und Nieren geprüft – sowohl auf der Xbox Series X als auch im harten PC-Dauerzocken.

Kriterium Spezifikation
Kompatibilität Xbox Series X|S, Xbox One, PC (Windows 10/11, Steam), Android
Verbindung Tri-Mode (2.4 GHz Wireless, Bluetooth, USB-C-Kabel)
Stick-Technologie GameSir Mag-Res™ TMR-Sticks (Anti-Drift)
Trigger & Tasten Analoge Hall-Effekt-Trigger mit 2-Stufen-Stops, Membran-Tasten
Ausstattung 2 programmierbare Rücktasten, Ladestation inklusive, RGB-Beleuchtung
Performance Bis zu 1000 Hz Polling-Rate (PC) / 250 Hz (Xbox), 1050 mAh Akku


Design und Verarbeitung: Ein Traum aus Zuckerwatte

Der Name „Sugar Whirl“ (Zuckerwirbel) übertreibt nicht. Sobald man den Controller aus der Verpackung nimmt, fällt das halbtransparente Gehäuse auf, das mit sanften Verläufen aus Pastellrosa, Soft-Blau und softem Lavendel an einen frischen Morgenhimmel oder eben Zuckerwatte erinnert. Unterstützt wird dieser Look durch eine dezente, atmende RGB-Beleuchtung rund um die Sticks, die dem Controller im abgedunkelten Raum eine extrem gemütliche Atmosphäre verleiht.

Trotz des verspielten Looks stimmt die Verarbeitung auf ganzer Linie. Nichts knarzt, die Spaltmaße sind perfekt und die Rückseite glänzt mit laser-gravierten, texturierten Griffen, die auch bei schwitzigen Händen in hitzigen Matches bombensicheren Halt bieten. Ein riesiger Pluspunkt im Lieferumfang ist die farblich perfekt abgestimmte Ladestation. Der Controller flutscht dank Magneten butterweich auf die Kontakte – das sieht auf dem Schreibtisch oder neben der Xbox einfach unverschämt gut aus.

Die Technik: TMR-Sticks und Hall-Effekt im Praxistest

Während viele Hersteller mittlerweile auf klassische Hall-Effekt-Sticks setzen, geht GameSir beim T7 Pro noch einen Schritt weiter und verbaut moderne TMR-Sticks (Tunnel-Magnetowiderstand). Diese Technologie vereint das Beste aus zwei Welten: Sie bietet die absolute Immunität gegen den gefürchteten „Stick Drift“, verbraucht aber deutlich weniger Strom und bietet die extrem knackige, präzise Rückmeldung traditioneller High-End-Potentiometer. In Shootern wie Call of Duty lässt sich die Deadzone in der Software komplett auf Null Prozent stellen, ohne dass die Kamera ungewollt wandert.

Auch bei den Schultertasten wurde geklotzt statt gekleckert. Die analogen Trigger arbeiten ebenfalls mit magnetischen Hall-Effekt-Sensoren und gleiten federleicht. Das Highlight für Shooter-Fans sitzt jedoch auf der Rückseite. Über zwei mechanische Schalter lässt sich der Weg der Trigger drastisch verkürzen. Aus dem langen Weg, den man für Rennspiele braucht, wird so im Handumdrehen ein digitaler Mausklick-Trigger für extrem schnelle Schussfolgen. Bei den Aktionstasten und dem Steuerkreuz setzt GameSir auf hochwertige Membranen. Wer den mechanischen Klick vermisst, wird hier überrascht sein, denn der Tastendruck fühlt sich angenehm gedämpft an, besitzt aber dennoch einen klar definierten Druckpunkt. Vor allem bei nächtlichen Sessions ist das flüsterleise Feedback ein Segen für Mitbewohner.

Performance: Xbox-Freiheit vs. PC-Overkill

Da der T7 Pro offiziell von Microsoft lizenziert ist, klappt die kabellose Verbindung zur Xbox Series X|S via 2.4 GHz Dongle absolut reibungslos und latenzfrei. Auf der Konsole arbeitet der Controller mit den standardmäßigen 250 Hz. Schließt man den „Sugar Whirl“ jedoch an den PC an, zündet er die nächste Stufe. Über die Software lässt sich die Polling-Rate hier auf satte 1000 Hz hochschrauben, wodurch die Eingabeverzögerung in den absolut unspürbaren Bereich schrumpft. Zudem schaltet sich am PC das integrierte 6-Achs-Gyroskop frei, was in unterstützten Titeln eine präzise Bewegungssteuerung ermöglicht. Dank der universellen Bluetooth-Funktion lässt sich das Pad alternativ auch blitzschnell mit dem Smartphone für Xbox Cloud Gaming koppeln.

Ein echter Kauftipp wird der Controller durch die hauseigene App, die sowohl für Windows als auch direkt als App auf der Xbox verfügbar ist. Hier lässt sich das Gamepad bis ins kleinste Detail feintunen. Nutzer können die zwei zusätzlichen Tasten auf der Rückseite frei mit Makros belegen, die Stick-Sensitivität sowie die Trigger-Kurven millimetergenau kalibrieren und sogar die Intensität der insgesamt vier Vibrationsmotoren in den Griffen und Triggern separat voneinander regeln.

Fazit & Wertung

Der GameSir T7 Pro „Sugar Whirl“ ist ein absoluter Volltreffer. GameSir beweist eindrucksvoll, dass ein wunderschönes Pastell-Design und kompromisslose eSports-Performance kein Widerspruch sein müssen. Die TMR-Sticks sind die Speerspitze der aktuellen Controller-Technik, die Trigger-Stops machen das Pad extrem vielseitig und der Lieferumfang inklusive Ladestation lässt das Angebot von Microsofts Standard-Controllern alt aussehen. Wer auf der Suche nach einem lizenzierten, kabellosen Xbox- und PC-Controller ist, der optisch aus der Masse heraussticht, kommt am „Sugar Whirl“ aktuell kaum vorbei.

Stärken und Schwächen im Fokus:

Der Controller punktet auf ganzer Linie mit seinem einzigartigen Look, der zukunftssicheren TMR-Technologie und den genialen PC-Features wie der 1000 Hz Polling-Rate. Auch die mitgelieferte Ladestation wertet das Gesamtpaket massiv auf. Auf der Kehrseite könnten die verbauten Membran-Tasten manchen Spielern, die rein mechanische Schalter bevorzugen, eine Nuance zu weich sein. Zudem ist der Anschaffungspreis von rund 110 Euro kein Schnäppchen für ein Drittanbieter-Pad, wird durch die gebotene Ausstattung aber fair ausgeglichen.