Xbox beendet Zusammenarbeit mit IO Interactive bei Project Fantasy

IO Interactive muss Stellen abbauen, nachdem ein wichtiger Publishing-Partner die Zusammenarbeit an Project Fantasy beendet hat. Inzwischen ist bestätigt, dass es sich dabei um Xbox beziehungsweise Microsoft handelte. Trotz des Rückschlags betont das dänische Studio, dass die Entwicklung der neuen Fantasy-IP fortgesetzt werden soll.

In einem offiziellen Statement erklärt IO Interactive, dass die vergangenen Monate zwar vom Erfolg des neuen James-Bond-Spiels geprägt gewesen seien, nun aber auch schwierige Nachrichten folgen müssten. Durch das Ende der Partnerschaft sei das Studio gezwungen, seine Struktur anzupassen, was unmittelbar zu Entlassungen führe. Gleichzeitig verspricht das Unternehmen Unterstützung für die betroffenen Mitarbeiter.

An der Zukunft von Project Fantasy wolle man jedoch festhalten. Das Studio bezeichnet das Projekt als Herzensangelegenheit und betont, dass man sich "zu 100 Prozent" der Entwicklung verpflichtet fühle. Das Fantasy-Universum werde früher oder später das Licht der Welt erblicken.

Schon seit mehreren Jahren galt Microsoft als Publisher des Projekts. Hinweise darauf gab es bereits durch Dokumente aus dem FTC-Verfahren gegen die Activision-Blizzard-Übernahme. Quellen aus dem Umfeld der Entwicklung bestätigten nun gegenüber Kotaku, dass Xbox tatsächlich als Finanzierungspartner beteiligt gewesen sei.

Bereits nach den umfangreichen Xbox-Entlassungen im Sommer 2025 kamen Gerüchte auf, dass Project Fantasy betroffen sein könnte. Demnach seien die ursprünglich geplanten Online-Elemente reduziert worden, die Zusammenarbeit mit Microsoft habe jedoch zunächst Bestand gehabt.

Noch im vergangenen Monat hatte IO-Interactive-CEO Hakan Abrak entsprechende Spekulationen nicht bestätigen wollen. Damals erklärte er lediglich, dass sich das Projekt in einer gesunden Entwicklungsphase befinde und weiterhin finanziert werde.

Kurz nach der Veröffentlichung der Entlassungen bestätigte Microsoft schließlich gegenüber Bloomberg das Ende der Partnerschaft. Ein Sprecher erklärte, Xbox überprüfe derzeit seine Investitionen und konzentriere sich künftig auf Projekte mit höchster Priorität. Insgesamt werde das Budget für Spiele jedoch nicht gekürzt – vielmehr verschiebe sich der Fokus auf andere Projekte und Franchises.

Die Entscheidung passt zu den jüngsten Berichten über den Strategiewechsel bei Xbox. Nach mehreren Umstrukturierungen und Studio-Schließungen richtet Microsoft seine Investitionen offenbar verstärkt auf etablierte Marken wie Halo, Fallout oder Forza aus. Für neue IPs wie Project Fantasy wird es dadurch schwieriger, langfristige Unterstützung zu erhalten.

Für IO Interactive bedeutet das zwar einen schmerzhaften Rückschlag, das Studio scheint jedoch entschlossen zu sein, die Entwicklung mit einem neuen Finanzierungspartner oder aus eigener Kraft fortzusetzen. Wann Project Fantasy erscheinen könnte, bleibt weiterhin völlig offen.