Sony soll 7,8 Millionen Dollar an PSN-Nutzer zahlen

Ein US-Gericht hat einem Vergleich in einer Sammelklage gegen Sony vorläufig zugestimmt. Im Kern geht es um den Vorwurf, dass Sony den digitalen Spielemarkt auf PlayStation-Plattformen zu stark kontrolliert und damit den Wettbewerb eingeschränkt habe.

Der Deal selbst wirkt auf den ersten Blick eher ungewöhnlich: Statt klassischer Bargeld-Auszahlungen sollen rund 7,8 Millionen Dollar in Form von Guthaben direkt auf PlayStation-Accounts verteilt werden, allerdings nur an bestimmte Nutzer in den USA. Voraussetzung ist, dass zwischen April 2019 und Dezember 2023 digitale Spiele oder Codes über bestimmte Vertriebskanäle gekauft wurden.

Die Klage läuft bereits seit mehreren Jahren und wurde mehrfach angepasst und verzögert. Jetzt gibt es zumindest einen vorläufigen Schritt in Richtung Abschluss. Endgültig ist das Ganze aber noch nicht: Im Oktober 2026 soll eine sogenannte Fairness-Anhörung entscheiden, ob der Vergleich endgültig durchgeht.

Interessant ist vor allem die Art der Auszahlung. Betroffene sollen automatisch per E-Mail informiert werden, eine aktive Beantragung ist offenbar nicht nötig. Das Guthaben wird dann direkt dem PSN-Konto gutgeschrieben – also eher „digitaler Rabatt“ als klassische Entschädigung.

Der Umfang bleibt dabei vergleichsweise überschaubar, wenn man ihn auf die mögliche Nutzerbasis herunterbricht. Entsprechend wirkt das Ganze weniger wie ein großer Umbruch im PlayStation-Ökosystem, sondern eher wie ein juristischer Abschluss eines alten Streits um digitale Vertriebswege.

Am Ende bleibt es ein typischer Fall moderner Plattform-Ökonomie: Viel rechtlicher Aufwand, am Ende relativ kleine individuelle Beträge – aber ein klarer Hinweis darauf, wie stark digitale Stores inzwischen reguliert und angefochten werden.