Große Sorge und vorsichtige Entwarnung zugleich um das Gesicht von Nintendo: Videospiel-Pionier Shigeru Miyamoto, geistiger Vater von Ikonen wie Mario, Link, Donkey Kong und den Pikmin, fehlte bei der jüngsten Investorenkonferenz des japanischen Traditionskonzerns. Wie aus internen Dokumenten hervorgeht, musste der 73-jährige Spitzenmanager seine Teilnahme aufgrund einer „plötzlichen Erkrankung“ kurzfristig absagen. Nintendo versicherte den Aktionären jedoch umgehend, dass sein Zustand stabil sei und mit einer baldigen Genesung gerechnet werde.

Kurze Notiz im Investoren-Bericht sorgt für Aufsehen

Die Information über das Fehlen des Branchenveteranen stammt aus dem offiziellen Frage-und-Antwort-Protokoll der Aktionärsversammlung, das Nintendo zunächst nur auf Japanisch veröffentlichte. Zuerst darauf aufmerksam gemacht hatte der Softwareentwickler und Nintendo-Analyst OatmealDome.

In einer einleitenden Notiz des Dokuments hieß es zur Abwesenheit des Firmen-Urgesteins:

„Representative Director und Fellow Shigeru Miyamoto war aufgrund einer plötzlichen Erkrankung abwesend. Der Zustand von Herrn Miyamoto ist jedoch derzeit stabil und es wird erwartet, dass er sich innerhalb weniger Tage bis zu einer Woche wieder vollständig erholt.“

Genaue Details zur Art der Erkrankung gab das Unternehmen nicht bekannt.

Ehrung beim Kaiser verpasst: Erste Anzeichen vor wenigen Tagen

Das Fernbleiben bei der Finanzkonferenz ist nicht der einzige Termin, den Miyamoto zuletzt absagen musste. Erst vor wenigen Tagen fehlte er laut Berichten von The Japan Times bei einer feierlichen Zeremonie im kaiserlichen Palast in Tokio: Miyamoto war als erster Spieleentwickler überhaupt für den renommierten japanischen Kulturorden (Order of Culture) nominiert worden, konnte die prestigeträchtige Auszeichnung am japanischen Kulturtag jedoch nicht persönlich aus den Händen des Kaisers entgegennehmen.

Zuletzt öffentlich zu sehen war der Entwickler am 1. November in einer zuvor aufgezeichneten Nintendo Direct, in der er gut gelaunt das zehnjährige Jubiläum des Pikmin Day zelebrierte.

Vom Spieledesigner zum Hollywood-Architekten

Mit 73 Jahren hat sich Miyamoto in den vergangenen Jahren schrittweise aus der operativen Spieleentwicklung im Tagesgeschäft zurückgezogen. Während er an Großprojekten wie The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom und Pikmin 4 noch als beratender Producer mitwirkte und bei jüngsten Veröffentlichungen wie Star Fox in den Credits gewürdigt wurde, liegt sein primärer Fokus längst auf Nintendos weltweiten Unterhaltungs- und Film-Offensiven.

Als treibende Kraft und Produzent orchestrierte Miyamoto den weltweiten Milliarden-Erfolg von Der Super Mario Bros. Film, überwacht die Arbeiten am Nachfolger The Super Mario Galaxy Movie und begleitet die Vorproduktion des heiß erwarteten Live-Action-Kinofilms zu The Legend of Zelda. Dass sein Zustand als stabil gilt und die Rückkehr in wenigen Tagen bevorsteht, dürfte nicht nur die Aktionäre in Kyoto, sondern Millionen Spieler weltweit spürbar aufatmen lassen.