Take-Two baut KI-Team um, trotz Fokus auf generative AI

Beim Publisher Take-Two Interactive kommt es zu einer überraschenden Neuausrichtung: Ausgerechnet das KI-Team, das intern an „Cutting-Edge“-Technologien gearbeitet hat, wurde offenbar deutlich verkleinert.

Besonders auffällig: Auch Luke Dicken, der erst 2025 die Leitung der KI-Abteilung übernommen hatte, ist nicht mehr im Unternehmen. In einem Statement bestätigte er, dass sowohl er als auch sein Team gehen mussten – trotz jahrelanger Entwicklungsarbeit an Tools zur Unterstützung der Spieleproduktion.

Widerspruch zur offiziellen Strategie

Das Ganze wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich. Schließlich betont CEO Strauss Zelnick immer wieder, dass man generative KI aktiv einsetzen will.

Laut ihm laufen aktuell sogar:

Hunderte interne KI-Projekte
Tests und Implementierungen in verschiedenen Studios
Initiativen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung

Die offizielle Linie bleibt also klar: KI soll Prozesse erleichtern und Entwickler entlasten – nicht ersetzen.

Hintergrund: Zynga-Übernahme und Erwartungen

Ein großer Teil des KI-Teams entstand ursprünglich bei Zynga, das Take-Two 2022 übernommen hat. Die Hoffnung: Mobile-Know-how + KI = neue Hits.

Die Realität sieht bisher anders aus.
Zynga hat seit der Übernahme keine großen Blockbuster geliefert, und genau hier könnte der Umbau ansetzen: weniger Experimente, mehr Fokus auf konkrete Ergebnisse.

KI bleibt ein heißes Eisen

Die Gaming-Branche steht bei KI ohnehin unter Beobachtung:

Spieler reagieren zunehmend kritisch auf generative Inhalte
Technologien wie DLSS sorgen für Diskussionen, wenn sie Inhalte sichtbar verändern
Einige Studios rudern bereits zurück und ersetzen KI-generierte Inhalte wieder durch menschliche Arbeit

Take-Two selbst hatte sich zuletzt auch bewusst von überhitzten Erwartungen distanziert – etwa rund um Googles KI-Projekte.

Einordnung

Was hier passiert, ist weniger ein Rückzug von KI – sondern eher ein strategisches Nachjustieren.

Take-Two scheint zu merken:
Ein großes KI-Team allein bringt noch keinen Mehrwert. Entscheidend ist, wie und wo die Technologie konkret eingesetzt wird.

Oder anders gesagt:
KI bleibt wichtig – aber sie muss sich jetzt auch wirklich rechnen.