Wolverines Anzug heilt sich selbst – und die Erklärung ist herrlich unkompliziert

Bei Marvel’s Wolverine hat Insomniac offenbar etwas getan, was in der heutigen Spielebranche fast schon ungewöhnlich wirkt: Sie haben eine simple Gameplay-Entscheidung nicht mit irgendeiner komplizierten Lore-Erklärung künstlich aufgeblasen.

Denn nachdem erstes Gameplay gezeigt wurde, fiel einigen Fans auf, dass Wolverines Kleidung während der Kämpfe zwar ordentlich zerfetzt wird, sich anschließend aber wieder von selbst repariert. Wolverine kann seinen Körper regenerieren – aber warum sollte das auch für seinen Anzug gelten?

Die Antwort von Insomniac ist erstaunlich banal: Weil Wolverine sonst irgendwann praktisch nackt durch das halbe Spiel laufen würde.

Und ganz ehrlich? Das reicht völlig.

Manchmal braucht es einfach keine Lore

Insomniac erklärte, dass es schlicht nicht praktikabel gewesen wäre, Logan nach jedem Kampf dauerhaft mit immer stärker zerfetzter Kleidung herumlaufen zu lassen. In den frühen Versionen des Spiels habe man genau das ausprobiert. Das Ergebnis: Man spielte teilweise viel zu lange mit beschädigter Kleidung weiter und Wolverine wirkte dadurch weniger mächtig, als er eigentlich sollte.

Also hat das Team einen Mittelweg gefunden. Die Kleidung wird im Kampf sichtbar beschädigt und zerrissen, repariert sich aber anschließend wieder zu einem passenden Zeitpunkt.

Ich finde diese Lösung sogar ziemlich sympathisch. Wir leben inzwischen in einer Zeit, in der für jede noch so kleine Gameplay-Mechanik eine Erklärung innerhalb der Spielwelt erwartet wird. Dabei ist Marvel’s Wolverine nun einmal ein Videospiel. Wolverines Anzug repariert sich, weil es besser aussieht und weil Insomniac nicht wollte, dass Logan nach zehn Kämpfen nur noch in Fetzen herumläuft.

Das ist keine Schwäche der Immersion, sondern schlicht gutes Spieldesign.

Und seien wir ehrlich: Wolverine wird vermutlich im Laufe des Spiels angeschossen, aufgeschlitzt, durch Explosionen geschleudert und von irgendwelchen Superschurken verprügelt. Würde seine Kleidung den gleichen Schaden dauerhaft behalten wie sein Körper, würde er wahrscheinlich bereits nach der ersten Mission mit freiem Hintern durch New York laufen.

Trotzdem steckt erstaunlich viel Detail dahinter

Was dabei leicht untergeht: Nur weil die Kleidung nicht dauerhaft beschädigt bleibt, bedeutet das nicht, dass Insomniac das Schadenssystem oberflächlich behandelt.

Im Gegenteil. Das Studio hat laut eigenen Aussagen viel Arbeit darin investiert, wie sich Beschädigungen an Wolverines Anzug und an den Outfits der Gegner darstellen. Blut soll dabei nicht einfach als vorgefertigter Effekt abgespielt werden, sondern tatsächlich physikalisch reagieren.

Blutpartikel treffen auf den Boden und hinterlassen entsprechende Spritzer. Läuft Logan anschließend durch Wasser, wird das Blut abgewaschen und hinterlässt sogar entsprechende Schlieren im Wasser.

Gerade solche Details zeigen, wie viel Aufwand in Marvel’s Wolverine gesteckt wird. Die Entwickler wollen, dass sich die brutalen Kämpfe tatsächlich brutal anfühlen – gleichzeitig soll Wolverine aber auch nach mehreren Gefechten noch wie Wolverine aussehen.

Und deshalb heilt sein Anzug eben mit ihm.

Keine komplizierte Marvel-Lore. Kein erfundenes Material aus Wakanda. Keine Erklärung über Nanotechnologie. Einfach: Wolverine soll nicht die meiste Zeit halb nackt herumlaufen.

Ehrlich gesagt ist mir diese Erklärung wesentlich lieber als irgendein zehnminütiger Lore-Dialog darüber, warum Wolverines Hose übernatürliche Selbstheilungskräfte besitzt.

Marvel’s Wolverine erscheint am 15. September 2026 exklusiv für die PlayStation 5