Xbox-Chefin stellt Game Pass infrage – „zu teuer geworden“ und vor Umbau

Bei Microsoft zeichnet sich offenbar eine strategische Neuausrichtung im Gaming-Geschäft ab. Der Abo-Dienst Xbox Game Pass, lange als zentraler Baustein der Xbox-Strategie beworben, steht intern zunehmend in der Kritik.

Laut einem internen Memo der neuen Gaming-CEO Asha Sharma, über das unter anderem Branchenkreise berichten, sei Xbox Game Pass „zu teuer für Spieler geworden“. Gleichzeitig betont sie, dass das aktuelle Modell nicht das Endstadium des Dienstes sei und sich langfristig zu einem flexibleren System entwickeln müsse.

Game Pass hat sich seit dem Start 2017 stark verändert: Vom günstigen Einstiegspreis hat sich der Dienst über mehrere Preiserhöhungen hinweg zu einem deutlich teureren Abo entwickelt – besonders nach der Integration großer Titel wie der Call of Duty: Black Ops 7-Reihe nach der Activision-Übernahme. Die letzte Preisstufe liegt inzwischen im Premiumsegment und hat laut internen Einschätzungen die Schwelle erreicht, an der viele Nutzer abspringen oder gar nicht erst einsteigen.

In der Führungsetage wird deshalb offenbar diskutiert, das Modell stärker aufzubrechen. Denkbar sind verschiedene Richtungen: günstigere, aber eingeschränkte Abo-Stufen, zusätzliche werbefinanzierte Varianten oder eine stärkere Trennung zwischen neuen Blockbuster-Releases und dem Abo-Katalog. Parallel soll sogar geprüft werden, ob einzelne große Titel künftig wieder separat verkauft werden – ein Schritt, der das bisherige „Alles-in-einem“-Versprechen deutlich abschwächen würde.

Interessant ist auch der Blick auf die wirtschaftliche Seite: Während Game Pass als Wachstumstreiber galt, steht zunehmend die Frage im Raum, ob die aktuelle Preisstruktur wirklich mehr neue Abonnenten bringt oder eher Umsatzpotenzial verschenkt. Gerade hochkarätige Releases wie Call of Duty: Black Ops 7 könnten außerhalb des Abos deutlich höhere Einzelverkäufe generieren.

Microsoft selbst äußert sich offiziell nur vorsichtig und spricht von einem laufenden Evaluierungsprozess. Klar ist aber: Der Druck auf das Xbox-Geschäft wächst – nicht zuletzt, weil das Unternehmen zwischen Plattformstrategie, Cloud-Gaming und klassischen Konsolenmodellen eine klare Linie finden muss.

Die kommenden Monate dürften zeigen, ob Xbox Game Pass eher behutsam angepasst oder grundlegend neu aufgestellt wird.