Review: Playing Death Games to Put Food on the Table (Vol. 2) – Im Schatten des genialen Anime

Mit dem zweiten Band von Playing Death Games to Put Food on the Table (im Original Shibou Yuugi de Meshi wo Kuu) steht die Protagonistin Yuki vor einem gewaltigen Meilenstein ihrer skurrilen Karriere: Ihrem 30. Death Game. Doch während die Light Novel auf dem Papier alles mitbringt, um den nervenaufreibenden Überlebenskampf auf die nächste Stufe zu heben, hinterlässt der Band in der Community ein extrem gespaltenes Bild. Das liegt nicht zuletzt an einem übermächtigen Konkurrenten: der eigenen Anime-Adaption.


Das Konzept: Suchtfaktor im Vignetten-Stil

Was diesen Band (und die Serie allgemein) nach wie vor auszeichnet, ist sein cleverer struktureller Aufbau. Die Geschichte wird in eigenständigen Vignetten erzählt – jedes Kapitel stellt ein neues, isoliertes Death Game dar. Da Yuki das einzige beständige Bindeglied ist, weiß man als Leser nie, wer als Nächstes ins Gras beißt.

  • Der „Nur noch ein Kapitel“-Effekt: Das Pacing ist extrem knackig. Die Light Novel nutzt Brüche zur Kapitelunterteilung, und fast jeder Unterabschnitt endet mit einem kleinen, fiesen Cliffhanger. Das sorgt für einen enormen Lesefluss, bei dem man das Buch kaum aus der Hand legen mag.

  • Nachvollziehbare Konsequenzen: Die Tode der Nebencharaktere fühlen sich selten billig an. Es keimt fast immer das Gefühl auf, dass die Spieler das Spiel hätten überleben können, wenn sie in den entscheidenden Momenten einfach ein Stück klüger oder aufmerksamer agiert hätten. Vor allem das erste Death Game in diesem Band wird als echtes Highlight hervorgehoben.


Die Kritik: Die Enttäuschung der „Mauer der Dreißig“

Trotz der handwerklich guten Spannungskurve schwächelt Band 2 genau an der Stelle, die eigentlich der emotionale und erzählerische Höhepunkt sein sollte: der „Wall of Thirty“. Unter den Spielern gilt das 30. Spiel als verfluchtes Pflaster, das die Spreu vom Weizen trennt und den wirklich talentierten Rest aussiebt.

Nach dem massiven Worldbuilding und dem Hype um diesen Meilenstein fühlt sich Yukis Jubiläumsspiel jedoch überraschend unspektakulär an. Obwohl sie mehr kämpfen muss als sonst, bleibt spürbares persönliches Wachstum oder das Erlernen neuer Facetten aus. Zudem können die in diesem Band vorgestellten Spiele (wie „Scrap Building“ und das stark kritisierte „Golden Bath“) in puncto Kreativität nicht ganz mit den tödlichen Rätseln des Vorgängers mithalten.


Der Anime-Faktor: Wenn die Adaption die Vorlage überholt

Das größte Problem von Band 2 ist für viele Leser ironischerweise die visuelle Brillanz der TV-Adaption. Während der erste Band als Buch oft noch besser bewertet wurde als die visuelle Umsetzung, kehrt sich dieses Verhältnis im zweiten Teil um.

Der Schreibstil der Light Novel kämpft mit sprunghaften Perspektivenwechseln, die unüberlegt zwischen einer allwissenden und einer personalen Erzählweise hin- und herwechseln. Auch Charaktere wie Mishiro verlieren im gedruckten Format eher an Sympathie. Viele Leser stellen fest, dass der eigentliche Charme dieser Welt – die stylische Düsterkeit, die Ästhetik und die packende Atmosphäre – maßgeblich von der Regiearbeit des Anime (unter der Leitung von Ueno) getragen wird. Ohne diese cineastischen „Vibes“ wirkt die reine Plot-Substanz des Romans stellenweise etwas nackt und flach.


Fazit: Ein solider Nachfolger mit Abzügen

Playing Death Games to Put Food on the Table – Band 2 bleibt ein rasanter Page-Turner für zwischendurch, der vor allem durch sein schnelles Pacing und den morbiden Charme der Spiele unterhält. Wer allerdings auf tiefgreifende Charakterentwicklung oder eine Steigerung zum genialen ersten Band hofft, wird hier leicht enttäuscht. Für viele Fans der Reihe lautet das Urteil nach diesem Band: Die visuelle Pracht des Anime und die Vorfreude auf kommende Film-Projekte (wie den Cloudy Beach-Arc) übertreffen das Leseerlebnis der Light Novel inzwischen deutlich.